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Sachenbacher muss weiter mit Dopingverdacht leben

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- Leipzig - Langlauf-Olympiasiegerin Evi Sachenbacher-Stehle muss weiter vor Blutkontrollen zittern. Der Internationale Skiverband FIS lehnte es ab, der 25-Jährigen wegen natürlich erhöhter Hämoglobinwerte eine Ausnahmegenehmigung zu erteilen. Dies hatte der Deutsche Skiverband (DSV) beantragt.

Sachenbacher-Stehle darf den für Langläuferinnen gültigen Grenzwert von 16,0 demnach auch beim Weltcup-Start in Düsseldorf (28./29. Oktober) nicht überschreiten und wird ansonsten wie bei den Olympischen Spielen in Turin mit einer Schutzsperre belegt. Dagegen erhielten ihre Teamkollegen Jens Filbrich (mit Einschränkung) und Franz Göring die Genehmigung.

"Sehr positiv, dass Filbrich und Göring die Genehmigung erhalten haben und jetzt Klarheit vor den ersten Saisonrennen in Düsseldorf herrscht", erklärte Bundestrainer Jochen Behle. "Für Evi ist es natürlich nicht erfreulich, aber wir haben in dieser Saison ohnehin nicht viele Wettkämpfe in Höhenlagen und werden entsprechend reagieren".

Sachenbacher-Stehle hatte nach ihrem Startverbot zu Beginn der Wettbewerbe im 1800 m hoch gelegenen Olympiaort Pragelato wegen eines zu hohen Anteils roter Blutkörperchen und den damit einher gehenden Dopingverdächtigungen in den letzten Monaten vehement um eine Sonderregel gekämpft. "So ein Ausnahme-Schein würde mir die Angst nehmen. Mein Körper reagiert eben extrem auf die Höhe. Ich bin sauber und möchte nicht verdächtigt werden. Das nagt sehr an mir", sagte Sachenbacher-Stehle.

Die Staffel-Olympiasiegerin von Salt Lake City unterzog sich freiwillig einer Belastungs-Blutstudie der FIS, um den von ihr reklamierten natürlich überhöhten Hämoglobinwert nachzuweisen. "Das habe ich sehr gerne gemacht. Die Studie war doch meine einzige Chance, die mir blieb, meine Unschuld zu beweisen."

In Willingen und im Höhentraining auf dem Dachstein-Gletscher stellte sich die Läuferin aus Reit im Winkl im Sommer verschiedenen Testreihen zur Verfügung. Ohne den von ihr gewünschten Erfolg. Der DSV, so ließ dessen Sportdirektor Thomas Pfüller erklären, werde in den nächsten Wochen erst die Begründung des FIS-Entscheides prüfen und dann reagieren. Behle hatte seinen Athleten bereits im Vorfeld empfohlen, "ihr Recht einzuklagen, falls die Ausnahmegenehmigung nicht erteilt wird."

Sachenbacher-Stehles Heimtrainer Wolfgang Pichler reagierte gelassen. "Ich sehe das nicht so tragisch. Wir dürfen halt künftig im Prinzip kein Höhentraining mehr machen. Aber das war ohnehin nicht geplant." Sachenbacher-Stehle wird nach ihrem Start beim Sprint in Düsseldorf (Samstag, 16.00 Uhr/Sonntag, 14.00 Uhr) ins Trainingslager in die Polarkreis-Einöde des finnischen Munio reisen, um sich dort für die ersten Distanzrennen in Gällivare (18./19. November) in Schwung zu bringen.

Behle will die Oberbayerin in den beiden einzigen Saisonrennen im Höhenbereich zwischen 1600 und 1800 m im Dezember in Cogne im italienischen Aostatal sowie La Clusaz/Frankreich trotzdem einsetzen. "Evi wird dann aber sicher kurzfristig anreisen, um eine Höhenanpassung zu vermeiden."

Im Falle von Jens Filbrich (Frankenhain) ist dass nicht nötig, denn er darf im nächsten Winter in Höhen oberhalb 1000 Meter laut FIS-Entscheid den für die Männer gültigen Grenzwert von 17,0 überschreiten. Der ehemalige Junioren-Weltmeister Franz Göring (Zella-Mehlis) erhielt diesen Vorzug wegen seiner genetischen Veranlagung wie bereits im Vorjahr sogar für alle Höhenlagen.

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