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Scharping: Radsport darf nicht im Mist versinken

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- Hamburg - Rudolf Scharping will den Dopingsumpf im Sport endgültig trockenlegen. Angesichts der Doping-Affären um Floyd Landis und Jan Ullrich kündigte der Präsident des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) eine harte Gangart an. "Ziel ist es, alle rauszuwerfen, die mit Doping zu tun haben", sagte er. Scharping hofft dabei auch auf die Gesetzgeber: "Es ist nicht unrealistisch, entsprechende Gesetze bis zum Jahresende zu verabschieden." Zur aktuellen Situation erklärte der frühere Verteidigungsminister: "Der Radsport darf nicht durch Prominente kaputtgemacht werden, die so viel Mist angerichtet haben, dass der Sport darin versinken könnte."

Mit Scharpings Kurs erklärten sich bei einem Krisengipfel in Hamburg 25 Vertreter der deutschen Rennställe, ihrer Sponsoren und der Rennveranstalter einverstanden. Der BDR will laut Scharping beim Weltverband UCI den Antrag stellen, dass Profis künftig zur besseren Kontrolle DNA- und Blutproben hinterlegen müssen. Die Profile sollen schon im Nachwuchsbereich erstellt werden. "Das Problem ist nicht die Zahl der Kontrollen, sondern ihre Qualität", sagte Scharping.

Weiter führte er aus: "Es ist schlimm genug, dass eine Karriere wie die von Ullrich so enden muss. Für uns geht es in erster Linie darum, die Hintermänner zu bekommen, sonst trocknet der Sumpf nicht aus. Wir müssen die Mediziner ermitteln, die dahinter stehen. Niemand kann allein dopen, da gib es in Europa Netzwerke."

Der ehemalige Kanzlerkandidat der SPD stellte klar, dass die BDR-Vorschläge unabhängig von ihrer Akzeptanz auf internationaler Ebene für deutsche Fahrer bindend sein werden: "Der BDR wird keine Fahrer für internationale Großveranstaltungen nominieren, die keine Daten hinterlegen."

Dass der Weg zum sauberen Sport ein steiniger, aber notwendiger sein wird, glaubt Jacques Rogge, Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). "Das Problem Doping wird nicht über Nacht verschwinden. Doping im Sport ist wie Kriminalität in der Gesellschaft", sagte er.

Unterdessen hat Patrick Lefévère, Sprecher der Elite-Teams, gefordert, die Tour de France zu entschärfen und auf 15 Tage reduzieren. Zudem soll, so der Chef des belgischen Mapei-Teams, eine Art "Betriebsarzt" oberste medizinische Instanz für alle ProTour-Profis sein.

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