Verband erschwert Nationen-Mauschelei

Schluss mit Nationen-Hopping für Leichtathleten

Für Leichtathleten soll ein Wechsel der Nationalität schwerer werden. Das hat der Weltverband IAAF auf seiner Sitzung in Birmingham am Dienstag beschlossen.

Birmingham - Von nun an soll die Wartezeit für einen Wechsel von einem Land zu einem anderen künftig mindestens drei Jahre betragen. Das aufnehmende Land muss den Sportlern die volle Staatsangehörigkeit und die damit verbundenen Rechte einräumen. Jeder Athlet soll nur einmal in seiner Karriere wechseln können. Wechsel für Athleten, die jünger als 20 Jahre sind, sollen nicht mehr möglich sein.

Die IAAF will im Juli in Buenos Aires endgültig über diese Beschlüsse entscheiden. Denn in den vergangenen Jahren hatte es eine Vielzahl von Wechseln gegeben. Vor allem die Türkei und die Golfstaaten verpflichteten Sportler aus Afrika. Damit soll nun Schluss sein.

Türkei und Golfstaaten Wechsel-Weltmeister

So standen etwa bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in London im vergangenen Jahr im türkischen Kader neben dem gebürtigen Aserbaidschaner Ramil Guliyev vier Kenianer, zwei Jamaikaner, ein Äthiopier und ein Kubaner. Und auch im Handballsport ist diese Praktik mittlerweile Usus geworden. Bei der WM 2015 in Katar musste man lange suchen, um in der katarischen Mannschaft einen echten Katarer zu finden. Viele Spieler wurden von den Kataris einfach aus anderen Ländern eingekauft und erreichten so den völlig überraschend den zweiten Platz.

Auch beim Wintersport ist ein Nationenwechsel ganz normal geworden. Erst vor kurzen sicherte sich ein Niederländer bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang eine Goldmedaille. Für Kanada. Und das Sensations-Gold im Eiskunstlauf für Deutschland holte sich Bruno Massot, der die deutsche Staatsbürgerschaft annahm, um mit Aljona Savchenko auf olympischer Bühne zu glänzen. 

dpa/mgo

Rubriklistenbild: © AFP / ADRIAN DENNIS

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