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Schon wieder Krawalle: 23 Polizisten verletzt

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- Berlin - Nur zwei Tage nach dem Skandalspiel von Stuttgart haben randalierende Fußballfans erneut für negative Schlagzeilen gesorgt. Beim Zweitligaspiel FC Augsburg gegen den TSV 1860 kam es am Freitagabend ebenso zu Ausschreitungen (siehe Löwen-Text) wie bei der Partie Hertha BSC Berlin II gegen Dynamo Dresden in der Regionalliga Nord.

Bei den Krawallen im Jahn-Stadion zu Pankow wurden 23 Polizisten zum Teil schwer verletzt, 22 Personen festgenommen. Ihnen wird Landfriedensbruch, gefährliche Körperverletzung, Widerstand und Beleidigung vorgeworden. Auch zwei Polizisten wurden wegen Körperverletzung angezeigt.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat bereits reagiert. Präsident Theo Zwanziger ordnete bis morgen Mittag eine Bestandsaufnahme an. Danach wird der Verband das Gespräch mit der Deutschen Fußball Liga (DFL) suchen. Zwanziger und Liga-Präsident Werner Hackmann denken über Sofortmaßnahmen nach. "Wir haben die Vorfälle mit Betroffenheit und Sorge zur Kenntnis genommen", sagte Zwanziger, "besonders betroffen macht mich die Gewalt gegen Polizisten. Bei ihnen möchte ich mich in aller Form entschuldigen und ihnen gute Besserung wünschen."

Sicher ist bereits, dass es Anfang 2007 zu einem Fan-Kongress kommen wird. Dort werden alle Gruppierungen, auch diejenigen, die unter Ex-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder ein eher gespanntes Verhältnis zum DFB hatten, mit einbezogen. Mediendirektor Harald Stenger unterstrich erneut, dass der DFB gegen Krawallmacher oder Zuschauer, die sich zu rassistischen Äußerungen bei Spielen hinreißen lassen, unnachgiebig vorgehen werde: "Mit Leuten, die versuchen, den Fußball in Verruf zu bringen und für ihre Zwecke zu missbrauchen, wollen wir nichts zu tun haben."

In Berlin eskalierte die Situation in der zweiten Halbzeit, als Dresden-Fans Sitze aus ihren Verankerungen rissen und in Richtung Ordner warfen. Als die Zuschauer versuchten, ein Fluchttor zu öffnen und auf das Spielfeld zu gelangen, musste die Polizei einschreiten. Vier Beamte wurden mit Rippenprellungen, Verdacht auf Knochensplitterungen und Verletzungen an Gelenken ins Krankenhaus gebracht.

Wie der "Focus" berichtet, soll es künftig vor allem auf ostdeutschen Plätzen der vierten Liga mobile Schutzzäune zur Trennung der gegnerischen Fan-Gruppen geben, besser ausgebildete Ordner und auch Stadienverbote gegen Krawallmacher.

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