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Schulz: Luan ist krasser Außenseiter

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- Hamburg - Schwarzes Kopftuch, schwarze Brille, schwarze Handschuhe, schwarzer Jogginganzug: Einem Mann wie Lamon Brewster, 32, möchte man nicht im Dunkeln begegnen. Doch der Eindruck von dem bärtigen Amerikaner täuscht. Der Faustkämpfer beteuert glaubwürdig, lammfromm zu sein. Es sei denn, man begegnet ihm im Boxring.

Luan Krasniqi hat heute Abend (22.15 Uhr/ZDF) dieses zweifelhafte Vergnügen. Der Mann aus Rottweil fordert den Schwergewichts-Weltmeister der World Boxing Organization (WBO) in der Hamburger Color-Line-Arena heraus. 15 000 Zuschauer wollen das Spektakel vor Ort erleben. Das ZDF hofft auf bis zu 10 Millionen TV-Interessierte.

"Ich bin so gut vorbereitet wie noch nie. Ich will das Versprechen einlösen, das ich Max Schmeling gegeben habe und den Titel zurück nach Deutschland holen", sagte Krasniqi. Der am 2. Februar gestorbene Schmeling, der heute seinen 100. Geburtstag gefeiert hätte, ist Deutschlands einziger Schwergewichts-Weltmeister.

Ex-Profi Axel Schulz kennt das Gefühl, in einen WM-Kampf zu gehen. Drei Mal (1995 und 1996) hat er versucht, den Titel im Schwergewicht zu erobern, drei Mal ist er gescheitert. "Luan ist krasser Außenseiter", erklärte der 36-jährige Berliner: "Brewster legt alles in die ersten Runden. Luan ist ein Spätstarter, er kommt zu Beginn eines Kampfes nicht so recht in Schwung. Er ist der technisch bessere Mann, Brewster der schlagstärkere."

Krasniqi meinte unterdessen: "Ein Lamon Brewster wird sich nicht den Stil von Muhammad Ali antrainieren können. Ich habe einige Schwächen bei ihm erkannt." Schulz rät dem gebürtigen Kosovo-Albaner, sich in der Druckphase des Amerikaners nicht zurückzuziehen, sondern "immer wieder die Führhand zu bringen und ihm ab und zu die Schlaghand reinzudrücken".

Brewster, der das Grab von Schmeling besuchte, vermied lautstarke Äußerungen vor dem Kampf. "Meistens haben solche Leute mehr drauf, als jene, die immer große Töne spucken", meint Krasniqi. "Ich habe Respekt vor ihm."

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