Schumacher: Eine Warnung an die Jungen

- Mugello - Das hatte Michael Schumacher bei Ferrari zuvor noch nie erlebt: Zum ersten Mal stand er bei der Präsentation des neuen Autos nicht im feinen Zwirn auf der Bühne, sondern drehte im verschwitzten Rennanzug fleißig Testrunden. Danach ließ der siebenmalige Weltmeister die Kampfansage an die "jungen Wilden" um den neuen Champion Fernando Alonso und Kimi Räikkönen folgen. "Ich habe nicht das Gefühl, dass ich ein alter Mann und ihnen hoffnungslos unterlegen bin", sagte Schumacher gestern in Mugello: "In vielen Dingen kann ich ihnen noch zeigen, was machbar ist."

Die neue Art der Präsentation gefiel Schumacher. "Ich sitze lieber im Auto und fahre als viele Fragen beantworten zu müssen", sagte der 37-Jährige, dessen Vertrag bei Ferrari Ende des Jahres ausläuft. Dass der Rekordweltmeister noch zwei Jahre länger bleibt, hofft Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo. "Es ist an Michael, sich zu entscheiden. Ich persönlich halte ihn für mehr als fähig, noch zwei Jahre länger in der Formel 1 zu fahren", sagte Montezemolo. "Wenn er sich entscheidet, zu bleiben, werden wir glücklich sein. Wenn er sich entscheidet, zu gehen, werden wir traurig sein, ihn aber verstehen."

Schumachers erste Eindrücke vom neuen 248 F1, der leichter und flacher ist als der Vorgänger und mit dem neuen Achtzylinder rund 730 PS hat, sind positiv. "Wir haben ein gutes, wettbewerbsfähiges Auto", meinte Schumacher.

Nicht nur bei der Art der Präsentation des 50. Formel-1-Renners der Ferrari-Geschichte, auch bei der Namensgebung für das neue Auto bricht die Scuderia mit der jüngsten Tradition. Anstatt wie zuletzt den Boliden nach dem Einsatzjahr zu nennen (erwartet wurde: F2006), kehren die Italiener zu der früher benutzten Kombination aus Hubraum und Zylinderzahl zurück. Die 24 steht für den neuen Hubraum von 2,4 Litern, die 8 kennzeichnet den Achtzylinder-Motor.

Nachdem Schumacher am Vormittag fleißig seine Runden auf der Ferrari-eigenen Rennstrecke in der Toskana gedreht hatte, rollten die Mechaniker den Wagen am Mittag auf die Start-Ziel-Gerade. Dort verhüllten sie ihn mit einem roten Tuch, das der Technikchef Ross Brawn und Chef-Konstrukteur Rory Byrne dann um 13.30 Uhr vor Medienvertretern und Gästen wieder wegzogen. Erst danach stießen Schumacher, Montezemolo, Teamchef Jean Todt und Schumachers neuer Teamkollege Felipe Massa (Brasilien) hinzu.

Montezemolo machte klar, was die Scuderia nach dem vergangenen Krisenjahr vorhat: "Wir haben die Leidenschaft und den Willen zu gewinnen. Unser Ziel ist es, den WM-Titel zurückzuholen."

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