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Schumacher feiert beim Bier mit den Fans

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- Indianapolis - Bernie Ecclestone ist in Indianapolis wieder Tausend Dollar reicher geworden. Der Brite hat den Abstand von Schumacher zum Zweitplatzierten Massa bis auf 44 Tausendstel richtig getippt und somit die im Fahrerlager beliebte Wette gewonnen. Wesentlich profitabler dürfte für den Formel-1-Imperator jedoch der Sieg von Schumacher mit dem gleichzeitigen fünften Platz von Alonso sein. Denn der auf 19 Punkte geschrumpfte Vorsprung von Alonso macht die WM wieder spannender. Und das verspricht Bares.

Michael Schumacher verspricht es eine deutlich interessantere WM-Jagd. Der Deutsche genoss seinen Sieg und hatte auch keine Eile, die Strecke zu verlassen. Noch am späten Abend saß er vor dem Ferrari-Büro im Fahrerlager und trank Bier im Kreis seiner Fans, lachte viel und umarmte alle, die in seine Nähe kamen. Und als er dann gehen wollte und sein Teamchef Jean Todt noch mit den Journalisten sprach, unterbrach der Ferrari-Chefpilot kurz das Gespräch und verabschiedete sich von Todt mit einem doppelten Wangenkuss.

Es herrscht familiäre Harmonie im Hause Ferrari. Endlich haben sie ein perfektes Paket aus Motor, Chassis und Reifen geschürt, während Fernando Alonso gleichzeitig zum ersten Mal in dieser Saison ein schlechtes Wochenende hatte. Sechs Punkte haben die Roten so in der WM gut gemacht. "Das war ein großer Schritt in der WM", sagte Schumacher, "wir haben wichtige Punkte aufgeholt und werden jetzt alles dafür tun, dass wir am Ende vorne stehen."

Aber auch mit 19 aufzuholenden Punkten in acht Rennen wird die Aufgabe reichlich schwer. Das weis auch Jean Todt. "So ein Ergebnis gibt ein schönes Gefühl für den Rückflug, aber morgen beginnen wir wieder zu arbeiten", sagte er.

Die alles entscheidende Frage lautet, ob die Stärke von Ferrari nun anhalten wird oder nicht. "Wir wissen selber nicht, ob es genau so beim nächsten Rennen funktionieren wird", sagte Schumacher, "der nahe liegende Grund für diesen Erfolg wären die Reifen, denn in Montreal fuhren die Bridgestone-Teams hinterher, und hier waren sie sehr konkurrenzfähig."

Todt hält es dennoch für möglich, den Erfolg von Indianapolis zu wiederholen. "Wenn es uns weiter gelingt, dass alles so zusammen passt wie hier, dann werden wir weiter solche Erfolge ernten", sagte er, "es liegt jetzt nur an uns."

Überraschend war in Indianapolis die Schwäche von Alonso. Der Spanier kam zu keinem Zeitpunkt mit der Strecke zurecht und hatte auch keine Chance gegen seinen Teamkollegen Giancarlo Fisichella. Alonso wurde nicht müde zu wiederholen, dass der Italiener die neue Entwicklungsstufe des Renault-Motors fuhr, den er erst beim nächsten Rennen in Magny-Cours bekomme. "Und das macht auf einer Strecke wie Indianapolis drei bis vier Zehntel aus", meinte Alonso.

Da ist der Motorenchef von Renault, Denis Chevrier, deutlich anderer Meinung: "Der neue Motor bedeutet zwei bis drei Stundenkilometer mehr auf der Geraden, was etwa ein Zehntel pro Runde bedeutet." Also deutet alles eher darauf hin, dass Alonso einfach die Abstimmung seines Autos nicht so hinbekommen hat wie sein Teamkollege. Und zum ersten Mal in dieser Saison Schwäche gezeigt hat.

Beunruhigt wollte Alonso durch die Niederlage aber keineswegs sein. "Ich habe schon nach meinen vier Siegen in Folge gesagt, dass die WM noch nicht entschieden ist", meinte er, "also gibt es auch jetzt keinen Grund, pessimistisch zu sein. Wir haben immer noch 19 Punkte Vorsprung. Und wir werden wieder siegen."

Das sind typische Abwehr-Mechanismen eines Rennfahrers, um ja nicht beunruhigt auszusehen. Die Vorstellung von Ferrari hat garantiert auch den amtierenden Weltmeister beeindruckt. Die gute Nachricht für den Sport ist, dass die WM wieder offener ist.

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