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Schumacher jubelt: «Liebe diesen Fight»

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- Schanghai - Friede und Vorfreude bei Ferrari: Michael Schumacher gerät nach der kaum mehr für möglich gehaltenen Wende im WM-Kampf schon beim Gedanken an das nächste Rennen in Suzuka ins Schwärmen.

Bei Titelverteidiger Fernando Alonso liegen die Nerven dagegen blank. «Die Mannschaft hilft mir nicht. Die ist viel mehr auf den Konstrukteur-Titel fokussiert», klagte der Renault-Pilot nach dem Großen Preis der Formel 1 von China. Und auch die spanische Presse sieht die größten Gegner des 25-Jährigen, der nach dieser Saison zu McLaren-Mercedes wechselt, in dessen eigenem Team. «Alonso hat den Feind im eigenen Lager», glaubt «Marca». «AS» ist überzeugt: «Renault verhindert einen Sieg Alonsos.»

Ein katastrophaler Boxenstopp und eine schlechte Rennstrategie kosteten Alonso tatsächlich den Sieg in Schanghai, dagegen lief es bei der Scuderia rund wie zu besten Zeiten. So soll es in Japan weitergehen. «Jetzt beginnt die WM bei Null, mehr kann man doch nicht wollen. Es wird sicher ein toller Fight - ich liebe so etwas», meinte der designierte Grand-Prix-Ruheständler Schumacher. Das Rennen sei für ihn schon immer eines der fahrerischen Highlights gewesen. «Der Kurs ist ein Traum, vor allem der erste Sektor. Den zu fahren ist einfach klasse: die S-Kurven, der Rhythmus - geil», teilte er auf seiner Internetseite mit.

Als doppelt wertvoll stufte er den Erfolg in China ein. «Es war ein willkommener Motivations-Push, auch wenn wir den nicht wirklich brauchen: Wir sind alle heiß auf den Titel.» Auch Teamchef Jean Todt war nach der grandiosen Aufholjagd - 25 Punkte binnen drei Monaten - begeistert: «Wenn man zurückschaut, wo wir nach Montréal lagen und Michael seinen ärgsten Rivalen nun eingefangen hat, ist das eine weitere Bestätigung dafür, niemals aufzugeben.»

Über Schumachers famose Fahrt freute sich allen voran Ferrari- und Fiat-Chef Luca di Montezemolo: «Nachdem ich mit Mühe einem Herzinfarkt entkommen bin, kann ich sagen, dass es wunderschön ist, auf diese Art und Weise in China zu siegen.» Es sei eine perfekte Mannschaftsleistung gewesen mit einem «Super-Schumacher».

Auch die internationale Presse erging sich in Superlativen und huldigte dem neuen Spitzenreiter. «Schumachers weltmeisterliche Heldentat», meinte die «Gazzetta dello Sport» nach dem 91. Grand- Prix-Sieg des Kerpeners in einem schon verloren geglaubten Rennen mit Startplatz Sechs. «Man kann die klinische Präzision Michael Schumachers, dieses geborenen Siegers, nur noch bewundern», meinte die französische «L'Equipe». Schon wird nach dem Sinn von Schumachers vor drei Wochen angekündigten Karriereende nach dem Saisonfinale in Brasilien gefragt. «König Michael. Aber wieso hört so ein Champion auf?», fragte «La Repubblica».

Doch bis dahin sind es noch zweieinhalb Wochen. 116:116 lautet der Punktestand zwischen Schumacher und Alonso in der Fahrerwertung vor den letzten beiden von insgesamt 18 Saisonrennen. Zum ersten Mal ist Schumacher in dieser Saison auf Platz eins dank der größeren Anzahl an Siegen (sieben gegenüber sechs von Alonso) und damit seinem WM- Triumph im Finale von Sao Paolo am 22. Oktober näher als der Titelverteidiger; zugleich ist es das erste Mal seit Schumachers WM- Triumph am 24. Oktober 2004, dass der Kerpener die Führung in der Gesamtwertung inne hat.

Ein Sieg in Japan und keine Punkte für Alonso, der zuletzt mit seinem Team kleine psychologische Nadelstiche in Schumachers Richtung abgegeben hatte, und der Kerpener wäre sogar vorzeitig Weltmeister. «Wir können mit Recht optimistisch sein», befand Technik-Direktor Ross Brawn. «Wir dürfen aber nichts dem Glück überlassen.»

In Schanghai gehörte aber aber auch Glück dazu. Im Reifenroulette setzten Schumacher, Ferrari und Bridgestone auf die richtigen Pneus. Prognosen für Suzuka, wo Schumacher 2000 auf seinen ersten WM-Titel mit der Scuderia anstoßen konnte, wollte der 37-Jährige keine abgeben, während Rivale Alonso von Hersteller Michelin schon «bessere Reifen» als in China einforderte. Renaults Technik-Direktor Pat Symonds versprach seinem spanischen Meisterfahrer: «Das Auto wird in Suzuka fantastisch sein.»

Bange ist Schumacher, der zwei seiner sieben WM-Titel in Suzuka unter Dach und Fach brachte, deswegen aber nicht. «Die Strecke hat uns aber immer gelegen. Drückt uns die Daumen - dann schaffen wir es irgendwie schon», forderte er die Fans auf, damit er in Sao Paulo nach seinem 250. WM-Lauf mit dem achten WM-Titel aus der Formel 1 aussteigen kann. Die Statistik spricht für Schumacher: Mit mindestens sieben Saisonsiegen holte er immer den Titel.

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