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Michael Schumacher fuhr meist hinterher

"Schumacher hat uns nicht enttäuscht"

Stuttgart - Daimler-Chef Dieter Zetsche zieht im Interview Bilanz über die Formel-1-Saison von Michael Schumacher und blickt in die Zukunft.

Das Formel-1-Comeback von Rekordweltmeister Michael Schumacher war alles andere als glanzvoll. Das neue Mercedes- Werksteam fuhr der Spitze in diesem Jahr meist hinterher. Im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa bekennt sich Daimler-Chef Dieter Zetsche dennoch zu einem langfristigen Engagement der Stuttgarter in der Motorsport-Königsklasse. “Wir wollen nicht jedes Jahr neu entscheiden, sind wir jetzt drinnen oder draußen.“ Doch der Erfolgsdruck wächst.

Wie fällt die Bilanz Ihrer ersten Formel-1-Saison mit Michael Schumacher aus?

Zetsche: “Wir haben auf der einen Seite nicht erwartet und auch nicht gesagt, dass wir in diesem Jahr die Meisterschaft erringen werden. Wir hätten uns darüber aber auch nicht beklagt. Das wäre aber unrealistisch gewesen als neuaufgestelltes Team.“

Sind Sie von der Leistung Schumachers enttäuscht?

Zetsche: “Er hat uns nicht enttäuscht. Es ist sehr schwierig, auf einem weniger wettbewerbsfähigen Fahrzeug eine überzeugende fahrerische Leistung zu demonstrieren. Wir müssen ihm das Auto zur Verfügung stellen, auf dem er seine Fähigkeiten demonstrieren kann.“

Was erwarten Sie vom nächsten Jahr?

Zetsche: “Klar ist, dass die Öffentlichkeit von uns und wir auch erwarten, dass wir uns besser darstellen als in diesem Jahr. Man muss aber, wenn man in der Formel 1 tätig sein will - oder im Sport überhaupt - akzeptieren, dass der Erfolg nicht verlässlich planbar ist. Sonst wäre der Sport auch sterbenslangweilig. Es ist erstens nicht nur das Geld, es ist zweitens nicht nur die Größe oder Kompetenz, sondern es muss vieles zusammenpassen, dass am Ende der Erfolg rauskommt.“

Wächst der Druck?

Zetsche: “Das ist völlig klar. Das ist ja der Charme unserer Marke. Wenn wir in unserem Markenkern sagen, wir wollen die Führerschaft in dieser Industrie demonstrieren, um die besten zu sein, dann ist das keine überraschende Botschaft. Das ist auch keine Arroganz. Das wird von uns erwartet. Daran werden wir gemessen. Das heißt natürlich, dass man mit uns kritischer umgeht, wenn wir diesem Maßstab nicht gerecht werden. Das müssen wir aushalten. Aber das ist gleichzeitig der Beweis dafür, dass man es uns auch zutraut.“

Bleibt es beim längerfristigen Formel-1-Engagement von Mercedes?

Zetsche: “Wir sind in der Formel 1 seit einiger Zeit, um dort auch längerfristig zu bleiben. Wir wollen nicht jedes Jahr neu entscheiden, sind wir jetzt drinnen oder draußen. Wir haben auch mit Michael Schumacher nicht einen Einjahresvertrag, sondern einen Dreijahresvertrag abgeschlossen.“

dpa

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