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Schumacher will Konstrukteurs-WM

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- Stuttgart - Den Traum vom 8. Titel hat Michael Schumacher nach seinem Motorplatzer von Suzuka abgehakt. Als «Trostpflaster» will der Ferrari-Star zum Abschluss seiner beeindruckenden Formel-1-Karriere beim Großen Preis von Brasilien wenigstens Renault die Konstrukteurs-WM abjagen.

Das «wäre in meinen Augen absolut verdient», erklärte Schumacher. Für Fernando Alonso ist allerdings trotz seiner zehn Punkte Vorsprung auch die Entscheidung in der Fahrer-WM noch offen. «Ich glaube nicht, dass schon alles gelaufen ist», warnte der spanische Spitzenreiter vor dem Saisonfinale in Sao Paulo vor Selbstgefälligkeit.

Kein Wort mehr verschwendete Schumacher zu seinen minimalen Möglichkeiten, am 22. Oktober doch noch ein WM-Wunder zu schaffen. Nur im Fall seines insgesamt 92. Grand-Prix-Triumphes und eines gleichzeitigen «Nullers» von Alonso kann der Rekord-Champion noch Weltmeister werden. Dann hätten Schumacher und sein Renault-Rivale zwar jeweils 126 Punkte, er aber dank eines Saisonsieges mehr (8:7) im Titelrennen noch auf der Zielgeraden die spektakuläre Wende geschafft. Die Hoffnung auf so viel Glück und Zufälle hatte der stets realistische Rheinländer schon nach Japan relativ nüchtern abgehakt.

In der Konstrukteurs-Wertung liegen die «Roten» zwar auch neun Punkte hinter den «Blauen», haben hier aber weitaus bessere Chancen auf ein erfolgreiches Saisonende, da beide Piloten zählen. Schumacher strebt mit seinem Teamkollegen Felipe Massa bei dessen Heimspiel einen Doppelerfolg an. Sollte dies gelingen, wäre der Coup perfekt. «Die Jungs hätten diesen Titel verdient. Wer aus einem solchen Tal herauskommt und sich so zurück an die Spitze robbt, wer so viel Engagement und Leidenschaft in seine Arbeit steckt, der verdient größte Hochachtung», lobte Schumacher die Scuderia-Schrauber auf seiner Internet-Homepage. «Meine Hochachtung haben sie. Sie sind die besten im Feld.»

Schumacher will bei seinem 250. Grand Prix noch einmal alles geben. «Voll auf Angriff fahren», lautet seine Devise. Der angepeilte Doppelerfolg «wäre die einzige Chance, die wir noch haben, um diesen Titel noch zu kriegen, das ist das einzige, was wir machen können. Alles andere liegt dann nicht mehr in unserer Hand.»

Für den 37 Jahre alten Kerpener wäre ein Sieg im Autodromo Jose Carlos Pace zudem ein versöhnlicher Abschied, auch wenn es mit dem WM-Titel nicht klappen sollte. «Natürlich bin ich mir dessen bewusst, dass dies nach fast 16 Jahren mein letztes Rennen sein wird», sagte er. «Und natürlich wünschte ich mir ein schönes Rennen zum Schluss. Denn dann könnte ich mit diesem Hochgefühl gehen, das einem ein Sieg gibt.» Neben Hunderttausenden von «Schumi»-Fans und seinem Team drücken Gattin Corinna, Vater Rolf und einige Freunde Schumacher bei seinem letzten Grand-Prix vor Ort die Daumen.

Auch wenn Alonso den Titel praktisch in der Tasche hat, geht er bei seinem letzten Einsatz für Renault voll konzentriert und motiviert zu Werke. «Bis nach der letzten Runde, wenn du weißt, dass du Champion bist, kann alles passieren», sagte er. «Wir müssen wie an ein normales Wochenende rangehen und das Maximum aus dem Auto herausholen, ohne ein großes Risiko einzugehen. Wenn wir unsere normale Leistung zeigen und an der Spitze mitkämpfen, dann erreichen wir unsere Ziele.» Schließlich reicht Alonso auf jeden Fall ein Punkt, um erneut in Sao Paulo zu triumphieren. «Mit Brasilien verbinde ich immer die einzigartigen Erinnerungen, dort 2005 meine erste WM gewonnen zu haben», schwärmte der Spanier.

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