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Schumacher zieht vor Alonso den Hut

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- Sao Paulo - Nachdem Fernando Alonso sein Meisterstück perfekt gemacht hatte, feierten er und die Renault-Crew eine rauschende WM-Party. Im Nobel-Club "Lotus" des World Trade Centers in Sao Paulo begossen die Blauen den Triumph bis in die Puppen. Der mit 24 Jahren und 58 Tagen jüngste Weltmeister der Formel-1-Historie hatte kurzfristig seinen für den Rennabend geplanten Rückflug auf Montagnachmittag verschoben, um ausgiebig feiern zu können.

Noch vor der Party meldete sich Spaniens König Juan Carlos telefonisch: "Dies war ein großer Tag für das spanische Volk", ließ er wissen. Fußballstar Raul von Alonsos Lieblingsklub Real Madrid schloss sich den Hymnen an: "Leider waren wir zur Zeit von Fernandos Erfolg auf dem Fußballplatz, aber wir von Real sind ganz stolz auf ihn."

Zu den ersten Gratulanten gehörte auch Michael Schumacher. Herzlich umarmte der alte den neuen Weltmeister und signalisierte ihm mit gestrecktem Daumen: "Du bist jetzt die Nummer 1." Der entthronte Rekordchampion aus Kerpen lobte seinen Nachfolger in den höchsten Tönen: "Fernando ist ein würdiger Weltmeister. Er hat einen Superjob gemacht."

Zugleich machte Schumacher auch klar, dass er Alonsos Erfolg nicht als generelle Wachablösung verstanden wissen möchte. "Ich empfinde keine Wehmut, sondern eher Freude aufs nächste Jahr." Ferrari habe beim Rennen in Sao Paulo "einen Schritt nach vorne" gemacht, der vierte Platz gebe Hoffnung: "In der kommenden Saison will ich wieder vorne mitkämpfen."

Auch Alonso, der in Sao Paulo seinen Gesamtsieg mit einem 3. Platz perfekt machte, glaubt nicht, "dass nun eine neue Ära anbricht". In jedem Jahr stelle sich die Konkurrenzsituation anders dar, und heute wisse keiner, wie das Kräfteverhältnis 2006 aussehe. "Niemand hat ja auch gedacht, dass Ferrari in dieser Saison im WM-Kampf keine Rolle spielt", sagte er. Zudem merkte der Spanier an: "Wir dürfen nicht vergessen, dass wir in den letzten Rennen langsamer waren als die McLaren-Mercedes." Auch mache der Gewinn der Weltmeisterschaft das Siegen nicht leichter: "Ich kenne das Sprichwort, dass es einfacher ist, den Titel zu erobern als zu verteidigen."

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