Schwabing bringt Dorsten fast zu Fall

- Stark gespielt, toll gekämpft und am Ende doch mit leeren Händen dagestanden - das war bitter, MTSV Schwabing. Bis zur Schlussminute hatte das Tabellenschlusslicht der Basketball-Bundesliga gegen den überlegenen Spitzenreiter aus Dorsten alle Trümpfe in der Hand und verlor am Ende mit 74:80 (48:33). Worüber sich Trainer Bastian Wernthaler nur noch ärgern wollte: "Da sind wir einfach noch zu grün."

<P>Dabei wäre er vor dem Match doch schon mit so viel weniger zufrieden gewesen. "Unter 30 bleiben", hatte der Coach als Devise ausgegeben. Um maximal 30 Punkte also hatte man den Titelaspiranten Nummer eins davonziehen lassen wollen.<BR><BR>Was nach Understatement klingt, aber doch ziemlich realistisch erscheint aus dem Blickwinkel eines Tabellenschlusslichts gegen ein Team, das kürzlich noch die Spielfelder Europas mit einigem Erfolg beackert hatte. Erst recht, wenn das Schlusslicht auch noch mit manchem Personalproblem zu kämpfen hat. Die Amerikanerin Antonia Newman ist verletzt, die Wahl-Schweizerin Marijanna Kovacic zuletzt eine der Matchwinnerinnen im Kellerderby gegen Wedel, muss beruflich passen. Zwei groß gewachsene Spielerinnen, ohne die normalerweise wenig geht auf dem Niveau der Bundesliga.<BR><BR>Aber das Fehlen der beiden langen Frauen dürfte zumindest in Halbzeit eins kaum jemandem aufgefallen sein. Und das lag gewiss nicht alleine daran, dass der MTSV aus der Not kurzfristig in Jeslyn McDowell eine weitere Amerikanerin ins Boot geholt hat. Die College-Spielerin deutete zwar ihr Potenzial an, den ganz großen Einfluss auf das Schwabinger Spiel hatte sie, ganze zwei Tage nach der Ankunft, naturgemäß noch nicht.<BR><BR>Aber dessen bedurfte es auch nicht an diesem Tag, den man beim MTSV wohl noch lange in Erinnerung behalten wird. Denn mit bekanntem Personal und vor allem bekannten Qualitäten lieferte Schwabing das herausragende Spiel der Saison. Wo war sie, die so große Überlegenheit des illustren Dorstener Ensembles? Nur in einzelnen Spielzügen zeigte der überlegene Spitzenreiter, was in ihm steckt. Ansonsten regierten Krampf und ein Schuss Überheblichkeit. </P><P>Und natürlich Schwabinger Herz. Unter dem eigenen Korb behauptete man sich mit verbissenem Kampfgeist. Und im Spiel nach vorne spielten Jerzabel Ohanian, Kadja Meckes und Kolleginnen den verdutzten Favoritinnen diverse Knoten in die Beine. Und selbst von der in den letzten Wochen immer wiederkehrenden Abschlussschwäche keine Spur.<BR><BR>26:21 im ersten Viertel, sogar 22:12 im zweiten Abschnitt, immerhin noch 17:16 zwischen Minute 21 und 30 - eine halbe Stunde lang war Schwabing nicht nur die bessere, sondern auch die erfolgreichere Mannschaft. Und doch sind den wackeren Münchnerinnen im Schlussabschnitt die Felle in Gestalt von bis zu 20 Punkten Vorsprung noch einmal davon geschwommen. </P><P>Weil man sich anstecken ließ von der Hektik, die der Gegner durch aggressiveres Defensivverhalten aber auch immer wiederkehrende Diskussionen mit den allzu unsicheren Unparteiischen verbreitete. Erst in der Schlussminute entschied Dorsten das Match für sich.<BR><BR></P>

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