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Sebastian Vettel (r.) hat viel Wut im Bauch

Weltmeister mit Wut im Bauch

Vettel will an Alonso-Geburtstag feiern

Budapest - Nachdem Fernando Alonso Sebastian Vettel am Hockenheimring erneut den Traum vom Heimsieg verdorben hat, will der Weltmeister dem Spanier die Geburtstagsfeier verhageln.

Mit einem Sieg beim Großen Preis von Ungarn am Sonntag - Alonsos 31. Geburtstag - möchte Vettel in die vierwöchige Sommerpause gehen und den Frust vom vergangenen Sonntag vergessen machen.

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So ganz nebenbei könnte Vettel auf dem Hungaroring in Budapest damit auch seinen „Juli-Fluch“ bannen. Denn unglaublich, aber wahr: Obwohl er in seiner Karriere im Schnitt etwa jedes vierte Rennen gewonnen hat, ist Vettel im siebten Monat des Jahres noch ohne Sieg - bei inzwischen schon elf Anläufen. „So schlecht kann der Juli gar nicht sein. Schließlich bin ich da geboren“, sagt Vettel, der am 3. Juli 1987 auf die Welt kam, dazu mit Humor.

Am Wochenende spricht aber noch ein zweiter „Fluch“ gegen ihn: Ungarn ist neben Kanada und Deutschland das einzige aktuelle Austragungsland im Rennkalender, wo der WM-Champion noch nie gewonnen hat. Alonso dagegen könnte an seinem Ehrentag und der Stätte seines ersten Grand-Prix-Sieges von 2003 mit seinem 31. Erfolg auf Rang vier der ewigen Bestenliste hinter Rekordweltmeister Michael Schumacher, Ayrton Senna (Brasilien) und Alain Prost (Frankreich) vorrücken.

Vettels Ärger über die seiner Meinung nach unberechtigte Zeitstrafe auf dem Hockenheimring, die ihn nach dem verpassten Sieg gegen Alonso auch noch eine Zurückstufung vom zweiten auf den fünften Platz einbrachte, ist noch nicht verraucht. Doch Vettel, der schon 44 Punkte hinter dem 2012 noch nicht ausgefallenen Alonso zurückliegt, will den Frust in Trotz umwandeln und zurückschlagen. „Hätte-und wäre-Szenarien bringen nichts“, erklärt er bemüht gelassen: „Wir werden uns für die nächsten Rennen noch mehr ins Zeug legen und darauf achten, nichts mehr zu tun, was unsere Platzierung auch nur irgendwie gefährden würde. Dennoch müssen wir wohl noch ein bisschen aggressiver fahren.“

Dabei könnte sein Red-Bull-Team noch vor dem Freien Training am Freitag aber zum dritten Mal in dieser Saison zu einem Umbau des Autos genötigt werden. Nach Angaben des Fachmagazins Autosport will der Automobil-Weltverband FIA spätestens bis dahin eine Regel-Klarstellung veröffentlichen, nach der die in Hockenheim noch missmutig erlaubte Motoreneinstellung verboten werden soll. Im Laufe des Jahres musste der RB8 schon wegen strittiger Löcher im Unterboden und einer illegalen Luftführung in den Radnaben zurückgerüstet werden.

Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko rechnet dagegen diesmal mit keinerlei Konsequenzen. „Alles bleibt gleich. Es geht ja nicht, dass man von heute auf morgen sagt: Einmal machen wir es grün, einmal machen wir es blau“, sagte er bei ServusTV: „Und es steht nirgendwo, dass wir das Reglement nicht zu unseren Gunsten ausnutzen dürften.“

Befremdlich findet er das Verhalten der Konkurrenz, die er indirekt beschuldigt, das Weltmeister-Team bei der FIA angeschwärzt, beim Treffen der Technischen Arbeitsgruppe am Montag aber komplett geschwiegen zu haben. „Es gibt ja immer wieder Leute, die so etwas forcieren. Sprich: andere Teams. Und dann am Montag, wenn man es fachlich und sachlich lösen könnte, wird es nicht einmal aufgegriffen“, sagte er.

Ein Highlight noch vor der Sommerpause plant auch Mercedes. „Etliches erreicht, aber noch etliches zu tun“, so lautet das Halbzeitfazit von Sportchef Norbert Haug. Schumacher betont, wie gerne er stets auf den Hungaroring kommt. Ein Highlight dort von ihm wäre besonders hilfreich, denn in den vierwöchigen Ferien wird Schumacher wohl die Entscheidung über die Fortsetzung seiner Karriere fällen oder sogar schon verkünden.

sid

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