Selbst der Präsident ist enttäuscht

- Kairo - Südafrikas Vorrunden-Aus beim Afrika-Cup in Ägypten weitet sich zur Staatsaffäre aus: Präsident Thabo Mbeki tadelte die unter dem Namen "Bafana, Bafana" bekannte Mannschaft öffentlich und in aller Schärfe. "Sie haben nicht alles versucht, um für unser Land zu gewinnen", sagte der Politiker. Doch auch die verbale Attacke vor dem letzten Gruppenspiel stachelte die Auswahl anscheinend nicht an. Südafrika unterlag Sambia 0:1 und muss fortan den Makel tragen, als erstes Team seit Aufstockung des Teilnehmerfelders im Jahr 1996 auf 16 Nationen ohne Punkt und ohne Tor vom Afrika-Cup abgereist zu sein.

"Wir können uns nicht als eine solche Verlierernation darstellen, wie wir es in Ägypten getan haben", sagte Staatsoberhaupt Mbeki. Offenbar steht Südafrika zurzeit regelrecht auf Kriegsfuß mit seiner Nationalelf. Den Fans scheint die Perspektive für ein erfolgreiches Abschneiden bei der WM 2010 im eigenen Land zu fehlen.

Nach der verpassten Qualifikation für die WM in Deutschland und nur einem Sieg aus den vergangenen 13 Partien fehlt zudem jede Spur von Euphorie am Kap der Guten Hoffnung. Nun soll Englands früherer Teammanager Terry Venables, der als Topkandidat für den Trainerposten gilt, das Ruder herumreißen.

Arminia Bielefelds Bundesliga-Profi und Südafrikas Kapitän Sibusiso Zuma erlebte die dritte Pleite von der Bank aus. Vielleicht bedeutete das schon den ersten Schritt hin zum Generationenwechsel im Team, den die Medien und altgediente Profis vehement fordern. So oder so kehrt Zuma zurück nach Deutschland und steht Arminia Bielefeld ab sofort wieder zur Verfügung. Auch der 1. FC Köln könnte wieder auf Andrew Sinkala zurückgreifen, der trotz des Sieges mit Sambia die Koffer packen muss. Allerdings spielt der Mittelfeldspieler in den Planungen von FC-Coach Hanspeter Latour derzeit keine Rolle.

WM-Teilnehmer Tunesien steht dagegen längst im Viertelfinale, kassierte aber die erste Niederlage mit 0:3 gegen Guinea, das sich den Sieg in Gruppe C sicherte. Tunesiens Trainer Roger Lemerre hatte zahlreichen Stammkräften eine Ruhepause verordnet und musste feststellen, dass die zweite Garde des Titelverteidigers alles andere als mithalten kann. Dennoch bereute er seine Umstellungen in der Mannschaft nicht: "Vielleicht profitieren wir noch davon."

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