"Sonst ist Ende im Gelände"

- Unterhaching - Schluss, aus, vorbei: Alexander Strehmel hat die SpVgg Unterhaching nach acht Jahren verlassen. Er war Kopf und Stimmungsmacher jener Mannschaft, der der Klub seine erfolgreichste Zeit verdankt. Der 35-Jährige erklärt im Interview, warum er zum FC Augsburg wechselt. Und erinnert sich an seine schönste Zeit als Fußballprofi zurück.

<P>Alexander Strehmel, Ihr Wechsel zum FC Augsburg kam für viele etwas überraschend.<BR><BR>Strehmel: Es war aber keine Kurzschluss-Reaktion. Ich habe schon in der Vorrunde meinem Berater gesagt, er soll sich umschauen. Ich wusste ja: Wenn ich in der Rückrunde wieder so wenig spiele, bin ich im Sommer arbeitslos, weil mein Vertrag ausläuft. Ich muss jetzt wieder spielen, sonst ist Ende im Gelände. Armin Veh (der FCA-Coach/d. Red.) hat dann in der Winterpause angerufen. Und weil unsere Klubführung gesagt hatte, Wechselwillige sollen sich melden, bin ich im Trainingslager zum Trainer gegangen. Der war auch recht überrascht, dass ausgerechnet ich da angekommen bin.<BR><BR>Was gab den Ausschlag für den Regionalligisten FC Augsburg?<BR><BR>Strehmel: Man muss die Perspektive sehen: In Augsburg habe ich jetzt eineinhalb Jahre Vertrag plus Option auf noch sechs Monate. Das ist in meinem Alter optimal - ich muss ja an meine Familie denken. Hier ist das Vertrauensverhältnis da, bei Haching wäre von den Alten im Sommer der eine oder andere auf der Strecke geblieben. Wenn es dann eng geworden wäre, wäre Frust dabei gewesen und vielleicht das eine oder andere böse Wort gefallen. Jetzt war's eine saubere Lösung. Ich hatte hier acht superschöne Jahre, es war sicher die beste Zeit meiner Karriere.<BR><BR>Werden Sie irgendwann zur SpVgg zurückkehren - eventuell als Trainer?<BR><BR>Strehmel: Ganz lose haben wir da schon mal darüber gesprochen. Aber in Unterhaching gibt es nicht so viele Jobs. Außerdem sehe ich mich jetzt erst mal noch eine Weile als Fußballer. Ich möchte jetzt schnell die neue Mannschaft kennenlernen und dann da Teamgeist reinbringen. Von der Qualität her müssten wir aufsteigen. Ich freue mich auf die neue Aufgabe. Ich soll sofort Verantwortung übernehmen. Ich habe eine sehr gute Vorbereitung gemacht, bin fit. Sonst hätte ich das Angebot nicht angenommen. Ich hätte meinen Ruf nicht riskiert.<BR><BR>Sie haben seit 1996 für die SpVgg Unterhaching 185 Erst- und Zweitligaspiele bestritten. Was war der Höhepunkt?<BR><BR>Strehmel: Klar der Aufstieg von der Zweiten in die Erste Liga. Das ordne ich noch höher ein als meine Meisterschaft 1992 mit dem VfB Stuttgart. Damals, beim Aufstieg, hat das ganze Jahr so viel Spaß gemacht. Jede Minute hat man sich gefreut, mit den Jungs zusammen zu sein. Da hat alles gepasst. Auch das erste Jahr Bundesliga war der Traum. Wie uns nach dem Auftakt alle fürs neue Tasmania Berlin gehalten haben (Tasmania hat die schlechteste Bundesliga-Bilanz aller Zeiten/d.Red.), und wir danach rausgegangen sind und eine super Saison gespielt haben. Wir waren keine Star-Mannschaft, sondern ein Kollektiv. Es gab so viele schöne Tage damals.<BR><BR>Was wünschen Sie Ihrem Ex-Klub zum Abschied?<BR><BR>Strehmel: Dass die Jungs aufsteigen. Dass sie einfach alle ihre Ziele erreichen.<BR><BR>Ganz ehrlich: Klappt es mit dem Aufstieg?<BR><BR>Strehmel: Vom Gefühl her: Nein. Die jungen Spieler haben großes Potenzial, aber es wird heuer noch nicht ganz reichen. Nächstes Jahr kann es klappen. Der Trainer ist ehrgeizig, das Team willens - da wächst was zusammen.</P><P>Das Gespräch führte Andreas Werner<BR></P>

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