"Sowas passiert im Fußball - leider"

- München - Im Fall Miroslaw Klose gab es gestern zwar leichte Entwarnung, doch bei Werder Bremen ist man weiterhin sauer, dass das Pokalspiel gegen St. Pauli auf dem vereisten Platz überhaupt stattgefunden hat. Der Nationalspieler muss nach der 1:3-Pleite nicht operiert werden, die Befürchtungen einer Bänderverletzung wurden keine Realität, eine Operation ist unnötig. Klose muss wegen eines Sehnenanrisses rund vier Wochen pausieren.

Ungeachtet dessen geriet der Münchner Schiedsrichter Felix Brych ins Kreuzfeuer - obwohl er keineswegs der alleinige Entscheidungsträger war. Vielmehr gibt es eine Platzkommission, die gemeinsam beschließt. Neben dem Schiedsrichtergespann sind der Schiedsrichter-Beobachter und ein eigens vom DFB abgestellter Platzkommissar darin vertreten. Die ARD, die live übertrug, hatte keinen Einfluss. "Es hat überhaupt keinen Kontakt zwischen uns und dem Fernsehen gegeben", erklärte Brych gestern, "das entscheidende Kriterium ist, ob eine erhöhte Gefährdung für die Spieler vorhanden ist. Und die konnten wir nicht erkennen."

Der Münchner ging mit den Vorwürfen der Bremer souverän um. Dass es zu Kloses Verletzung gekommen ist, sei "höchst bedauerlich - aber wenn man die Szene genau ansieht, erkennt man, dass die Verletzung nicht durch das Ausrutschen, sondern durch den Zusammenprall mit dem Gegner passiert ist. So etwas kann in jedem Spiel passieren - leider." Rückendeckung erhielt der 29-Jährige gestern durch St-Pauli-Chef Corny Littmann: Wie Bremens Manager Klaus Allofs die Kommission angegangen sei, "war am Rande der Nötigung. Er hat den Schiri gefragt, ob der nicht wisse, wie viel Werders Spieler wert sind, und ihm dann gedroht: ,Wenn sich ein Nationalspieler verletzt und wir deshalb die WM nicht gewinnen, sind Sie schuld.’"

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