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Europa – wir kommen: Die Bayern feierten in Turin ausgelassen einen großen Erfolg – aber war dieses 4:1 nun auch die lang ersehnte Wende?

Sport-Debatte

War der Triumph von Turin Bayerns Wende zum Guten?

Die Art und Weise, wie sich der FC Bayern in Turin behauptet hat, bietet Grund zum Optimismus. In dieser Form ist vieles möglich. Dennoch ist da ein neues Team – wenn überhaupt – gerade erst geboren worden. Und jetzt muss es sich in Europas Elite beweisen: In einem Wolfsrudel, das Fehler genüsslich ausnützt.

Schon die nächsten beiden Spiele werden wichtige Erkenntnisse liefern, inwieweit man dem Spiel in Turin als Wendepunkt über den Weg trauen kann. Ein großes Team würde nun nachlegen, Bochum und Berlin sind dankbare Gegner, um frisch erlangtes Selbstvertrauen zur Schau zu stellen. Früher waren die Münchner berüchtigt, im Erfolg nicht nachzulassen, zuletzt hatten sich zunächst Schlendrian, später Unsicherheit folgenschwer eingenistet.

In der Bundesliga ist noch kein Team enteilt, und halten sich die Bayern bis zur Winterpause schadlos, wird der heimischen Konkurrenz am Weihnachtsabend der eine oder andere Gedanken an die lauernden Münchner einen Schauer über den Rücken jagen. Auf internationaler Ebene dürfte sich das große Bibbern noch in Grenzen halten, zu frisch sind die Erinnerungen an denkwürdige Münchner Debakel wie in St. Petersburg und beim FC Barcelona. Noch vor wenigen Wochen ist van Gaal vor dem Aus gestanden, er hat sich wieder etwas Spielraum verschafft. Die Führungsetage wird den Trainer trotz allem weiterhin mit strengem Blick überwachen, zu nah ist er mit seinen streitbaren Arbeitsmethoden dem Abgrund gekommen, als dass man nun gleich alle Zweifel wieder komplett über den Haufen werfen könnte.

Der Trainer ist gefragt, weiter ein Team – sein Team – zu finden. Ohne den Erfolg von Turin wäre es einsam um ihn geworden, der Sieg war eine wichtige Brücke zum Team, zu den Bossen, zu den Fans. Die Winterpause ist eine neue Chance, zueinanderzufinden. Und zum Glück sind noch zwei Trümpfe in der Hinterhand: Franck Ribery und Arjen Robben. Die zwei sind schon als Wölfe geboren worden.

Andreas Werner

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