Strukturreform bei Doping-Jägern

Berlin - Mit einer Strukturreform und einem hauptamtlichen Vorstand will die Nationale Anti-Doping-Agentur (NADA) ihre jüngste Führungskrise überwinden.

Nach dpa-Informationen soll der künftige Vorstand aus zwei hauptamtlichen Mitgliedern bestehen und von einem Aufsichtsrat mit Präsidialausschuss berufen und kontrolliert werden. Der Aufsichtsrat übernimmt als Überwachungs- und Kontrollorgan die Funktion des bisherigen Kuratoriums.

Diese Maßnahmen sind zur Stärkung der Reputation und Durchschlagskraft der NADA gedacht und werden an diesem Mittwoch in Bonn vorgestellt. “In den Grundzügen ist das richtig“, bestätigte der Kuratoriumsvorsitzende Hanns Michael Hölz am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa. Die kommissarische Geschäftsführerin Anja Berninger gilt als aussichtsreichste Kandidatin auf den Vorstandsposten.

Doping: Die merkwürdigsten Ausreden

Doping: Die merkwürdigsten Ausreden

Ende September hatte Göttrik Wewer als dritter NADA- Geschäftsführer seit 2007 überraschend sein Amt aufgegeben - und damit nach den unglücklichen Auftritten seiner Vorgänger Roland Augustin und Christoph Nießen endgültig die Führungsprobleme der Organisation offenbart. Interne Diskussionen über den Kurs der NADA waren publik geworden, Hölz selbst wurde wegen zu starker Einmischung ins operative Geschäft kritisiert. Schon nach Wewers Aus hatte die Sportausschuss-Vorsitzende Dagmar Freitag “eine grundlegende Strukturreform“ gefordert. Im Februar dieses Jahres hatte bereits Wewers Stellvertreterin und NADA-Sprecherin Ulrike Spitz die Organisation verlassen.

Nach den erfolgreichen Strukturänderungen bei der Stiftung Deutsche Sporthilfe will sich jetzt auch die NADA moderner und effektiver aufstellen. Vor allem die beiden Hauptaufgaben, Dopingkontrollsystem und Prävention, sollen gestärkt und in hauptamtliche Hände gelegt werden. Auch die Zusammenarbeit mit Staatsanwaltschaften und dem Bundeskriminalamt wird den Plänen nach weiter intensiviert. Als Amtszeit für die beiden Vorstandsmitglieder sind fünf Jahre vorgesehen. Der zukünftige Aufsichtsrat der NADA überprüft u.a. die sachgerechte und wirtschaftliche Verwirklichung des Stiftungszwecks.

Kontroll- und Beratungsfunktionen werden dagegen weiter von ehrenamtlichen Gremien übernommen. Die vier Vorsitzenden der NADA- Kommissionen sollen den Aufsichtsrat beratend, aber ohne Stimmrecht ergänzen. Sämtliche freie Positionen werden ausgeschrieben. Im ersten Quartal 2011 sollen alle vakanten Stellen besetzt sein.

Unabhängig von allen Strukturüberlegungen und Neuaufstellungen muss sich die NADA gegenwärtig auch noch mit der Kritik von Datenschützern am deutschen Kontrollsystem auseinandersetzen. Dabei ist die NADA um Konsens bemüht. “Wir nehmen jede kritische Stimme ernst, aber es sind Einzelstimmen“, sagte NADA-Chef Armin Baumert, “mehr als 95 Prozent der Athleten akzeptieren das System.“

Zudem habe die NADA vor knapp einem Jahr einen internen und einen externen Datenschutzbeauftragten engagiert, sagte der Vorstandsvorsitzende weiter. Die “sensiblen Daten der Athleten“ seien nur zwei oder drei Personen innerhalb der NADA bekannt.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Dauphiné-Rundfahrt: Buchmann auf Platz drei - Roglic siegt
Col de Porte (dpa) - Die deutsche Tour-Hoffnung Emanuel Buchmann ist mit einer starken Leistung auf den dritten Platz der Dauphiné-Rundfahrt gestürmt.
Dauphiné-Rundfahrt: Buchmann auf Platz drei - Roglic siegt
Bayern-Torminator Lewandowski muss Messi übertrumpfen
Jetzt geht's in Lissabon auch für den FC Bayern zur Sache. Im 250. Champions-League-Spiel soll gegen den FC Barcelona der erste von noch drei Triple-Schritten gelingen. …
Bayern-Torminator Lewandowski muss Messi übertrumpfen
Formel 1 im Live-Ticker: Neue Hoffnung für Sebastian Vettel - Hiobsbotschaft für Nico Hülkenberg
Formel 1: In Barcelona bekommt Sebastian Vettel eine neue Chance, für Hülkenberg gibt es unterdessen schlechte Nachrichten. Der Live-Ticker.
Formel 1 im Live-Ticker: Neue Hoffnung für Sebastian Vettel - Hiobsbotschaft für Nico Hülkenberg
Tennis-Weltranglisten-Erster Djokovic sagt für US Open zu
New York (dpa) - Der serbische Tennisprofi Novak Djokovic hat seine Teilnahme an den US Open zugesagt.
Tennis-Weltranglisten-Erster Djokovic sagt für US Open zu

Kommentare