Auf der Suche nach dem Spaß von früher

- Unterhaching - Die Wohnungssuche ist so gut wie beendet, die Tage im Hotel sind gezählt. Sammy Kuffour und Tobias Rau haben schon ein paar mal angerufen, und von den neuen Klubkollegen fühlt sich Charles Akonnor nett aufgenommen. Die Integration läuft auf vollen Touren. "Alles ist optimal, ich kann nicht klagen", sagt der Neuzugang aus Wolfsburg, den nur eines schockte, als er seinen Dienst bei der SpVgg Unterhaching antrat: Diese Schneemassen. Der Ghanaer lebt seit über zehn Jahren in Deutschland, insofern war ihm die weiße Pracht nicht fremd. "Aber so viel Schnee, das war eine Überraschung." Doch auch hier läuft die Akklimatisierung gut: "Ich bin schon fast daran gewöhnt."

<P>Es ist aber auch nicht so, dass Akonnor wegen so einer Kleinigkeit gleich wieder die Flucht ergriffen hätte. Viel wahrscheinlicher ist, dass er noch ganz andere Umstände akzeptiert hätte, nur um endlich wieder seinen Beruf ausüben zu können. Das letzte Pflichtspiel, das er bestreiten durfte, war im Dezember 2002. Danach wurde er mehrfach am Knie operiert, und als er sich fit zurückmeldete, hatte Trainer Jürgen Röber kein Interesse mehr an ihm. "Ich habe immer nur trainiert und Testspiele gemacht, mehr durfte ich nicht", erzählt der ehemalige VfL-Spielmacher, "auch wenn es schwer war, ich musste das akzeptieren."</P><P>Nach einem Jahr Untätigkeit hatte Akonnor doch die Nase voll. Während Köln, Rostock und Hannover nur halbherzig Interesse zeigten, beeindruckten ihn Wolfgang Franks Worte via Telefon. "Er hat mich überzeugt, dass er mich wirklich will." Letztlich scheute der Umworbene auch den Gang in die Zweite Liga nicht. In Haching will Akonnor, der ablösefrei wechseln durfte, nun den Spaß von einst entdecken. Am heutigen Samstag im Heimspiel gegen Fürth beginnt die Suche. "Ich freue mich auf meine Aufgabe, ich soll die Bälle verteilen und Freude am Fußball vermitteln. Ich bin überzeugt, ich werde meine Arbeit hier gut machen." Trainer Frank ist angetan von einem der Prominentesten, die je in Haching kickten (der 29-Jährige hat 48 Länderspiele und 121 Bundesligamatche auf dem Buckel): "Er ist ballsicher, laufstark und fordert die Bälle - mit ihm haben wir viel mehr Möglichkeiten." Der Neue selbst legt Wert darauf, festzustellen, er sei nicht nur Schönspieler, wie man es bei exotischen Spielern oft vermutet: "Ich bin ein Kämpfertyp, kein weicher Spieler."</P><P>Das will er in den nächsten eineinhalb Jahren beweisen, so lange läuft sein Vertrag. Das Ziel von Charles Akonnor: Zurück in Liga eins. "Ich glaube, wir sind nicht Aufstiegs-Favorit. Aber es kann klappen. Wenn nicht diese Saison, dann die nächste. Wir sind eine gute Truppe."<BR><BR>Anstoß: Samstag, 13.30 Uhr.<BR>Unterhaching: Heerwagen - Majstorovic, Loose, Seifert, Liebers (Lust) - Custos, Akonnor, Sukalo, da Costa - Helbig (Römer), Copado.<BR></P>

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