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Sylke Otto : "Ich freue mich auf das Leben danach"

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- Zirndorf/Oberwiesenthal - Schon vor ihrer letzten Saison ist Sylke Otto die erfolgreichste Rennrodlerin der Welt. Doch der Titelhunger der 37-Jährigen ist zum Abschluss ihrer Karriere noch nicht gesättigt. "Eine Medaille bei meiner letzten WM ist das Ziel", sagt die zweimalige Olympiasiegerin. "Und wenn es geht, will ich wieder ganz oben stehen."

Vier WM-Siege hat Otto schon eingefahren, mit einem Erfolg im Februar bei der Weltmeisterschaft im österreichischen Igls würde die Ausnahmeathletin an DDR-Rodlerin Margit Schumann vorbeiziehen und als erste Rodlerin fünf WM-Titel auf ihrem Konto haben.

"Professionalität, ein hervorragendes Fahrgefühl und ein guter Start." In diesen drei Parametern sieht Bundestrainer Thomas Schwab die Ausnahmestellung der Athletin vom WSC Erzgebirge Oberwiesenthal begründet. Von Kindesbeinen an hat Otto ihren Sport gelernt: "Ich wurde mit zehn Jahren auf den Schlitten gesetzt - und es hat mir nicht so schlecht gefallen", berichtet sie. Ihr Talent ist unübersehbar, im Alter von 13 Jahren kommt Otto in die Sportschule Oberwiesenthal. "Schon als Kind hatte ich Erfolge, die mich immer weiter nach vorne getrieben haben", erinnert sich die im fränkischen Zirndorf lebende Rodlerin. 1989 fuhr Otto ihre erste Weltcup-Saison.

Doch auch in der Karriere der erfolgreichsten Rodlerin gab es nicht nur Hochs. 1994 und 1998 verpasst Otto die Teilnahme an den Olympischen Winterspielen: "Das hat unwahrscheinlich weh getan. Aber aus Niederlagen lernt man. Rückschläge sind dazu da, dass man weiter kommt." Und tatsächlich steigert sie sich. Wie keine andere schafft sie es, auf den Punkt genau Höchstleistungen abzuliefern. 2000, 2001, 2003 und 2005 wird sie jeweils Weltmeisterin, doch ihre größten Siege landet sie bei den Olympischen Winterspielen: In Salt Lake City 2002 und in Turin 2006 krönt sich Otto zur "Rodel-Königin".

"Wahnsinn! Nach all den Rückschlägen", freute sich Otto im Februar nach ihrer erneuten Gold-Fahrt in Turin und konnte ihr Glück kaum fassen. Dabei lief im Vorfeld des zweiten Olympiasiegs vieles nicht rund: Im Sommer 2005 musste sich Otto eine künstliche Bandscheibe im Halsbereich einsetzen lassen. "Ich hätte meine Karriere beenden müssen, wenn ich mich nicht dafür entschieden hätte", erklärt die 37-Jährige. "Deshalb war der Erfolg in Turin so überwältigend."

Auch vor ihrer "definitiv letzten Saison" blieb Otto von Problemen nicht verschont. Im Juni musste sie sich einer Schulter-Operation unterziehen. Noch einen Winter widmet die Ausnahmeathletin ihrem Sport, dann soll alles anders werden. "Ich freue mich wahnsinnig auf das Leben danach", sagt die erfolgreiche Rodlerin, die natürlich auch Kinder will: "Auf jeden Fall. Es gibt so viel mehr im Leben als den Sport."

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