Die Tabelle hat für Augenthaler keine Bedeutung

- Dortmund - Nach seinem verpatzten Einstand beim VfL Wolfsburg verweigerte Trainer Klaus Augenthaler demonstrativ den Blick auf die Tabelle. Aus gutem Grund: Nach dem neunten Spiel in Folge ohne Sieg und der vierten Niederlage hintereinander trennen die Niedersachsen nur noch drei Zähler von den Abstiegsrängen. Und die Vorstellung beim 2:3 bei Borussia Dortmund dürfte bei den mit Uefa-Cup-Ambitionen in die Saison gestarteten Grün-Weißen nur wenig Optimismus wecken.

Doch Augenthaler, der den am 19. Dezember nach der schlechtesten Bundesliga-Hinrunde der Vereinsgeschichte gefeuerten Holger Fach ablöste, vermied nach seinem ersten Punktspiel auf der VfL-Bank jegliche Kritik. "Die Tabelle interessiert mich nicht, nur das nächste Spiel. Wir haben gut gekämpft, eine gute Einstellung gezeigt. Darauf lässt sich aufbauen", sagte der Coach, der VfL-Star Andres D'Alessandro wegen dessen demonstrativer Lustlosigkeit ausgemustert hatte. An einer Verpflichtung des abwanderungswilligen Argentiniers ist nun Borussia Mönchengladbach interessiert.

Gladbachs Interesse an D'Alessandro

Augenthaler zeigte Verständnis für die Verunsicherung der Mannschaft nach der Pleitenserie: "Sicherlich habe ich auch viele Fehler gesehen und somit noch viel Arbeit, aber die Spieler haben gefightet." Kapitän Stefan Schnoor, einer der wenigen Lichtblicke im Team der Niedersachsen, sah die 90 Minuten wesentlich kritischer als der Trainer: "Was heute passiert ist, müssen wir genau aufarbeiten und schon am Samstag gegen Gladbach unbedingt drei Punkte holen."

Schwere Wochen stehen Wolfsburg und Augenthaler in jedem Fall bevor. Dessen Klagen über viele wegen Verletzung fehlende Akteure als Entschuldigung für die fade Vorstellung konnte Dortmunds Coach Bert van Marwijk nicht teilen: "So etwas könnte ich schon seit eineinhalb Jahren erzählen." Seiner Mannschaft stellte van Marwick ein gutes Zeugnis aus. Nachdem der BVB früh durch Mike Hanke (13.) in Rückstand geraten war, kamen die Gastgeber in Schwung. Nach dem Eigentor von Schnoor (24.) erzielte Ebi Smolarek (31.) seinen zwölften Saisontreffer und Salvatore Gambino gelang das 3:1 (66.), ehe durch das Anschlusstor von Diego Klimowicz (71.) noch einmal etwas Spannung aufkam. Schon vorher verhinderten Pech und der Pfosten eine frühe Vorentscheidung zugunsten des BVB, bei dem Tomas Rosicky glänzte.

"Da fehlt uns einfach die Cleverness und Erfahrung, um den Sack zuzumachen", resümierte Kapitän Christian Wörns, der sich vor den Augen von Bundestrainer Jürgen Klinsmann für den WM-Kader empfahl. "Ich finde, ich habe eine starke Leistung gezeigt, und ich hoffe, dass es der Jürgen genauso gesehen hat. Bei mir liegt die Messlatte sehr hoch, aber es sind ja Fachleute, die das beurteilen", meinte Wörns.

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