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Lob und Tadel für Ballack: Aber Chelsea zerstört Barcas Nimbus

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- Hamburg - Michael Ballack ist beim FC Chelsea endgültig "angekommen", doch Teamkollege Didier Drogba mit seinem fantastischen Drehschuss zerstörte den Nimbus der Unbesiegbarkeit von Champions-League-Titelverteidiger FC Barcelona und katapultierte sich damit in den Mittelpunkt des Interesses. "Drogba stellte Ronaldinho in den Schatten", kommentierte die spanische Zeitung "El País" am Donnerstag beeindruckt nach dem 1:0-Erfolg des englischen Star-Ensembles über das spanische.

Der FC Chelsea liegt zur Halbzeit der Vorrunde klar auf Achtelfinal-Kurs und ließ Trainer José Mourinho frohlocken: "Eigentlich wollten wir in dieser schweren Gruppe nur weiterkommen. Aber jetzt wollen wir auch Gruppenerster werden."

Dagegen bangen Spaniens Medien um ihr "Flaggschiff", das die erste Niederlage in der Königsklasse seit 19 Monaten kassierte: Am 8. März 2005 verlor man ebenfalls bei Chelsea mit 2:4. "Uyuyuy, Barca! Nun bleibt wenig Spielraum. Die Katalanen dürfen sich keinen Fehler mehr erlauben, wenn sie ins Achtelfinale kommen wollen", schrieb "Marca". Denn sie werden in Gruppe A hinter Chelsea (9 Punkte) auf Rang zwei von Werder Bremen (beide 4) bedrängt. "Barcelona hat nicht mehr den Ehrgeiz und Siegeswillen der vorigen Saison. Das Team sah nicht so aus, als wäre es ein ernsthafter Titelanwärter", befand "El País".

Während Kapitän Carles Puyol den Rückschlag nach 15 MeisterligaPartien ohne Niederlage als "Unfall" abhakte, ist sich Trainer Frank Rijkaard der misslichen Lage seines Starensembles vollauf bewusst: "Die Niederlage macht für uns das Weiterkommen komplizierter. Das Spiel war ausgeglichen, bis Drogba mit einem tollen Schuss für uns alles über den Haufen warf." 18 Meter vor dem Tor ließ der Torjäger von der Elfenbeinküste Puyol ins Leere laufen und jagte das Leder vehement in die Maschen.

Ballack erhielt viel Lob, aber auch Tadel. Der teure Einkauf des deutschen Nationalelf-Kapitäns beginne sich "schon auszuzahlen", schrieb der "Daily Mirror". Dank der Köpfe im Team sei Barcelona ausgespielt worden. "Unspektakulär, aber einwandfrei", urteilte der "Guardian" über den vor allem kampfstarken Mittelfeldakteur, der per Kopf sogar beinahe ein Tor erzielt hätte (44.). Der "Daily Telegraph" schränkte dagegen ein: "Er muss seine Bestform erst noch zeigen." In Spaniens Medien schnitt Ballack bei den Benotungen sogar schlecht ab, weil der Ex-Münchner noch eher wie ein Fremdkörper gewirkt habe.

In den Blickpunkt rückte auch Torwart Henrique Hilario. Der Portugiese, hinter den verletzten Petr Cech und Carlo Cudicini sonst die Nummer 3, hielt seinen Kasten auch gegen den Top-Sturm um Ronaldinho sauber. "Hilario hat uns von Spielbeginn an Sicherheit gegeben", lobte Mourinho seinen Ersatz-Ersatzmann im Tor. Angebliches Interesse an der Verpflichtung des Franzosen Fabien Barthez nannte er unsinnig.

In der Gruppe D bleibt der FC Valencia (9) nach dem 2:0 über Schachtjor Donezk (1) der Souverän vor dem AS Rom (6), der bei Olympiakos Piräus (1) 1:0 siegte. "Immer wieder David Villa", schrieb "As" über Valencias zweifachen Torschützen. "Er muss inzwischen zu den besten Stürmern der Welt gezählt werden." Die Römer siegten erst dank Simone Perrottas Tor, dann wurde nach der Partie ihr Bus von griechischen Fans mit Steinen und Molotow-Cocktails beworfen. Zum Glück für alle Beteiligten ging schließlich alles glimpflich aus.

Zu Inter Mailands 2:1-Erfolg in Gruppe B über Spartak Moskau steuerte Julio Cruz zwei Tore bei. "Inters Wiedergeburt", meinte die "Gazzetta dello Sport" über die Norditaliener (3), die mit Sporting Lissabon (4) um Rang zwei hinter Bayern München (9) kämpfen. In der Gruppe C ist wohl nur noch der Gruppensieg offen: Nach seinem 150. Europacup-Sieg mit dem 1:0 bei Girondins Bordeaux (1) führt der FC Liverpool die Tabelle vor dem punktgleichen PSV Eindhoven (je 7) an, der sich 2:1 bei Galatasaray Istanbul (1) durchsetzte.

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