Ferrari hatte beim Großen Preis von Deutschland im Juli für einen Skandal gesorgt, als Fernando Alonso dank eines Teambefehls anstelle von Stallrivale Felipe Massa gewinnen durfte.
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Ferrari hatte beim Großen Preis von Deutschland im Juli für einen Skandal gesorgt, als Fernando Alonso (l.) dank eines Teambefehls anstelle von Stallrivale Felipe Massa gewinnen durfte.

Teamorder-Verbot in Formel 1 aufgehoben

Monte Carlo  - Der Formel-1-Skandal um Ferrari beim hat Konsequenzen. Von 2011 an ist die Teamorder nicht mehr ausdrücklich verboten. Der Weltverband hat eine neue Grauzone geschaffen.

Freie Bahn für den Boxenbefehl: Gut vier Monate nach dem Ferrari-Skandal von Hockenheim hat der Automobil- Weltverband das strikte Teamorder-Verbot in der Formel 1 aufgehoben. Der Motorsport-Weltrat strich den entsprechenden Paragrafen 39.1 am Freitag nach acht Jahren wieder aus seinem Regelwerk.

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Auslöser für die Kehrtwende war das umstrittene Ferrari-Manöver beim Großen Preis von Deutschland im Juli. Fernando Alonso durfte dank einer Anweisung vom Kommandostand am führenden Teamkollegen Felipe Massa vorbeiziehen und gewann das Rennen. Danach hatte es eine heftige Debatte um den Sinn des Teamorder-Verbots und seine Durchsetzbarkeit gegeben. Ferrari kam mit einem Bußgeld von 100 000 Dollar davon.

Sanktionen für ähnliche Aktionen sollen auch künftig weiter möglich sein. “Die Teams werden daran erinnert, dass alle Handlungen, die den Sport in Verruf bringen könnten, vom Sportparagrafen 151.c und allen anderen relevanten Regelungen erfasst werden“, teilte die FIA mit. Die Streichung des expliziten Banns für die Teamorder aber lässt wohl genügend Spielraum für die Boxenstrategen.

Damit war erneut Ferrari der Grund für eine Reglements-Änderung in dieser heiklen Frage. Eingeführt worden war das Verbot des Boxenbefehls nach der Saison 2002 wegen Ferraris Bevorzugung von Michael Schumacher. Teamkollege Rubens Barrichello hatte den Deutschen sowohl 2001 als auch 2002 in Österreich auf Druck der Scuderia-Führung vorbeiziehen lassen. Das Kommando des damaligen Teamchefs und heutigen FIA-Präsidenten Jean Todt (“Let Michael pass for the Championship“) ist längst legendär.

Der inzwischen für Mercedes fahrende Schumacher hatte sich auch nach der Ferrari-Affäre von Hockenheim für eine Aufhebung des Stallorder-Verbots ausgesprochen. “Das ist schließlich keine Kaffeefahrt“, befand der Rekord-Weltmeister. Dagegen entschied sich das Red-Bull-Team im Titelkampf gegen einen Bremsbefehl für einen seiner Piloten und wurde für die Fairness belohnt. Sebastian Vettel wurde im letzten Rennen noch Weltmeister, der Rennstall fuhr den Konstrukteurs-Titel ein.

dpa 

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