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Thomas Muster will's noch mal wissen

Muster macht ernst: Noch zwei Jahre ATP-Tour

Hannover - Ein “Michael Schumacher des Tennis“ will Thomas Muster nicht sein, doch das Comeback für den ehemaligen Weltranglisten-Ersten nach zwölf Jahren Pause soll weiter gehen.

rotz der herben Erstrunden-Niederlage beim unterklassigen ATP- Challenger-Turnier in Braunschweig gegen den 14 Jahre jüngeren Iren Conor Niland will es der 42-jährige Österreicher noch einmal wissen. “Meine Frau hat mir bis 45 erlaubt, meine spätpubertäre Phase auszuleben und Tennis zu spielen“, sagte Muster nach dem deutlichen 2:6, 1:6 am Dienstag gegen den 165. der Weltrangliste.

“Ich will niemandem außer mir selbst etwas beweisen“, sagte Muster, der sein letztes Profi-Match 1998 absolviert hatte. Nun sollen zehn Monate intensives Training folgen, um künftig nicht als belächelter “Tennis-Opa“ auf der Tour zu gelten. “Braunschweig kam sicher etwas zu früh“, räumte der Steirer ein. In diesem Jahr will Muster nur noch Qualifikationen für die ATP-Turniere in Stuttgart Mitte Juli oder Wien Ende Oktober und 2011 “mehr Challenger spielen“.

Dass der 44-malige ATP-Turniersieger nach entsprechendem Training nicht nur Kanonenfutter sein wird, deutete Muster im ersten Satz an. Mit schnellen und langen Ballwechseln stellte er Niland vor Probleme, schaffte nach 0:2-Rückstand das Rebreak und hatte gar einen Breakball zur möglichen 3:2-Führung. Danach baute Muster jedoch körperlich ab und gewann nur noch ein Spiel. Während der erste Satz 53 Minuten dauerte, war das gesamte Match bereits nach 76 Minuten vorbei.

“Es war genau das, was ich nach drei Wochen Training erwarten durfte. Mein Potenzial reicht derzeit eben nur für 45 Minuten bis eine Stunde“, sagte Muster. “Defizite gibt es überall, technisch so wie bei der Grundlagenausdauer.“ Dennoch genoss er sein Comeback: “Es war alles wunderbar. Jetzt kann ich in Ruhe zehn Monate trainieren, wie ich mir eigentlich vorgenommen habe. Dann kann man Vergleiche ziehen.“

Angst davor, sich in peinlicher Weise sein eigenes Denkmal zu zerstören, hat Muster nicht. “Man wird weder das Stade Roland Garros sprengen noch das Papier vernichten, auf dem steht, dass ich 44 Turniere gewonnen habe“, sagte der French-Open-Sieger von 1995. Zumindest in Braunschweig zog er immer noch die Massen an. 1600 Interessierte waren auf den Centre Court gekommen - so viele wie noch nie zuvor in der Geschichte des Turniers.

dpa

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