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Superstar Stephen Curry (r) verlor mit den Golden State Warriors das erste Finale. Foto: Frank Gunn/The Canadian Press/AP

Basketball-Profiliga

Erstes Finale, erster Sieg: Toronto schreibt NBA-Geschichte

Die Toronto Raptors haben im ersten NBA-Finalspiel außerhalb der USA den ersten Finalsieg der Teamgeschichte gefeiert. Die "Underdogs" besiegten im Auftaktspiel Titelverteidiger Golden State Warriors. Matchwinner Siakam denkt an seinen gestorbenen Vater.

Toronto (dpa) - Nach seiner 32-Punkte-Gala und dem überraschenden ersten Playoff-Sieg gegen den großen Favoriten aus Kalifornien wurde Torontos Pascal Siakam von seinen Gefühlen überwältigt.

"Das mache ich nur für meinen Vater", sagte der Power Forward der Raptors, der die Kanadier im ersten Finalspiel der nordamerikanischen Basketball-Liga NBA gegen Titelverteidiger Golden State Warriors zum eher unerwarteten 118:109 (59:49)-Sieg führte.

Angefeuert von Musik-Superstar Drake lief vor allem Siakam zur Bestform auf. Auch deshalb reichte die überzeugende Leistung des "Splash Brothers"-Duo um Stephen Curry (34 Punkte) und Klay Thompson (21) nicht, um die Serie des großen Favoriten von vier Auftaktsiegen nacheinander im Finale am Leben zu erhalten.

Siakam wäre nach seinem persönlichen Playoff-Rekord vor allem die Anerkennung von einem wichtig gewesen. Seinem Vater. "Die Leute sagen mir immer: "Ich weiß, dass er stolz auf dich wäre." Aber das würde ich gerne aus seinem Mund hören. Das wäre wirklich cool", erzählte der 25-Jährige. Sein Vater starb im Oktober 2014 bei einem Autounfall. Die Beerdigung in Afrika verpasste der damals 20-Jährige, weil der Kameruner auf ein neues US-Visum wartete. Vielleicht auch deshalb hat Siakam nach eigener Aussage "eine größere Bestimmung. Ich spiele für etwas Größeres als Basketball."

Neben ihm konnten sich die Raptors auch auf Allstar Kawhi Leonard verlassen. Trotz einer schwachen Trefferquote aus dem Feld beendete der 27-Jährige das Spiel mit 23 Punkten. Center Marc Gasol steuert 20 Zähler zum Heimsieg bei. "Wir haben das getan, was wir tun mussten", erklärte Siakam nach dem Spiel im Interview mit "ESPN".

Die kanadische Metropole Toronto könnte nach Eishockey- und Baseball-Meisterschaften in diesem Jahr auch den Basketball-Titel zur Stadt-Chronologie hinzufügen. Doch der Blick zurück zeigt: Die bisherigen vier Playoff-Serien, in denen die Warriors eine Auftaktpleite kassierten, gewannen sie am Ende und holten den Titel.

"Wir haben heute Abend kein besonders gutes Spiel abgeliefert und hatten trotzdem bis zum Ende die Chance, das Spiel zu gewinnen", sagte Draymond Green, der mit zehn Punkten, zehn Rebounds und zehn Assists ein Triple-Double verbuchte. Sein Teamkollege Thompson macht sich keine Sorgen mit Blick auf die anstehenden Partien: "Ich weiß, dass wir genauso reagieren werden wie die Champions, die wir sind."

Zumal die Warriors noch auf die Rückkehr von Kevin Durant warten. Der Superstar war zwar mit nach Toronto gereist, kam aber wegen seiner Wadenverletzung nicht zum Einsatz. Ob er im zweiten Duell der Finalserie im Modus Best-of-Seven am Sonntag erneut in Toronto spielen kann, ist noch unklar. Aber die Warriors gehen davon aus, dass der Allstar-Forward im Laufe der Finalserie wieder fit wird.

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