Wie sieht die Tour 2010 ohne Sieger Contador aus? Diese Frage stellen sich die Veranstalter vor der Vorstellung der Tour des France 2011
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Wie sieht die Tour 2010 ohne Sieger Alberto Contador aus? Diese Frage stellen sich die Veranstalter vor der Vorstellung der Tour des France 2011

Tour 2011: Vorstellung ohne Hauptdarsteller

Paris - Die feierliche Präsentation der Tour 2011 in Paris findet ohne Hauptdarsteller Alberto Contador statt, dem eine Dopingsperre droht. Was zeigen die Veranstalter im Tour-Rückblick?

Lance Armstrong hat das Kapitel Tour de France abgeschlossen, Alberto Contador auf eine Reise nach Paris verzichtet: Die Topstars der Branche fehlen bei der feierlichen Präsentation der 98. Frankreich-Rundfahrt an der Porte Maillot. Vor allem die offene Doping-Causa Contador dürfte die Organisatoren schon bei der Gala am Dienstag im Palais des Congrès vor Probleme stellen. Von der nächsten Tour (2. bis 24. Juli 2011), die vielleicht ohne den spanischen Dominator der vergangenen zwei Jahre stattfinden muss, ist im Vorfeld lediglich der Parcours zum Auftakt bekannt.

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Die Tour beginnt am 2. Juli im Atlantik-Departement Vendée südlich von Nantes. Der Auftakt - kein Prolog wie sonst - verspricht eine gefährliche Rutschpartie zu werden. Auf der 1. Etappe ist die 4,5 Kilometer lange Passage du Gois zu meistern, ein Kopfsteinpflaster- Sträßchen, das zwischen der Insel Noirmoutier und dem Festland nur bei Ebbe zu passieren und sonst vom Meer umspült ist.

Bei der Tour 1999 gab es auf der rutschigen Fahrbahn einen Massensturz, von dem über die Hälfte des Feldes betroffen war. Darunter befand sich auch der Schweizer Alex Zülle, der trotz eines Zeitverlusts von sechs Minuten am Ende der Rundfahrt mit 7:37 Minuten Rückstand auf Armstrong noch Gesamtzweiter wurde.

Am zweiten Tag der kommenden Tour wird rund um Les Essarts ein 23 Kilometer langes Mannschaftszeitfahren ausgetragen. Startort der 3. Etappe ist Olonne-sur-Mer mit noch unbekanntem Ziel. Danach könnten die Pyrenäen angesteuert werden.

Die Präsentation bietet in ihrem Ablauf normalerweise kaum Überraschungen. Diesmal könnten die Organisatoren beim obligatorischen Film-Rückblick allerdings in Kalamitäten geraten - wie schon 2007: Vor drei Jahren musste aus dem stimmungsvollen Blick zurück kurzfristig fast das ganze Bildmaterial des Gesamtsiegers Floyd Landis getilgt werden. Der US-Profi war kurz vorher als überführter Doper gesperrt worden, womit auch sein Toursieg 2006 kassiert und er zur Persona non grata erklärt worden war.

Contador könnte die Tour-Veranstalter ASO in ähnliche Bedrängnis bringen. Der Spanier, der die 97. Tour im Juli mit einem Vorsprung von 39 Sekunden auf den Luxemburger Andy Schleck - am Dienstag anwesend - gewann, wartet quasi stündlich auf ein Urteil des Weltverbandes UCI wegen Clenbuterol-Dopings. Im ungünstigsten Fall für den zierlichen Profi aus Pinto könnte eine Zweijahressperre und die Aberkennung seines dritten Toursieges stehen. Also: Soll am Dienstag rückblickend noch gejubelt oder der 27 Jahre alte Contador geflissentlich weitgehend ignoriert werden?

Der Spanier, der Doping stets bestritten hat, verzichtete bereits auf den Flug an die Seine, um nicht die Weltpresse auf seinen Fall zu fokussieren “und damit der Würde der Tour“ zu schaden, wie sein Sprecher Jacinto Vidarte sagte. Contador zöge es vor, am 2. Juli in Noirmoutier am Start zu stehen.

dpa

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