Tragödie um Matthäus-Schützling

- Lissabon - Trauer und Bestürzung hat der Tod des ungarischen Fußball-Nationalspielers Miklos Feher von Benfica Lissabon im Meisterschaftsspiel am Sonntag bei Vitoria Guimaraes (1:0) ausgelöst. Der 24 Jahre alte Stürmer war kurz vor Spielende mit einem Herzinfarkt zusammengebrochen und in einem Krankenhaus gestorben. Im Stadion schrien Mitspieler vor Entsetzen, Benficas spanischer Trainer Jose Antonio Camacho brach in Tränen aus, auf den Tribünen weinten die Zuschauer.

<P>Feher gehörte auch zur Auswahl der ungarischen Nationalmannschaft, die seit diesem Jahr von Trainer Lothar Matthäus betreut wird. In 25 Länderspielen erzielte der in Tatabanya geborene Stürmer sieben Tore. "Wir sind alle sehr berührt. Das ist ein Schicksalsschlag für uns alle. Da tritt alles andere in den Hintergrund", erklärte Matthäus. Ungarns Mannschaftsarzt Dr. Dezso Lejko sagte: "Ich kenne ihn seit vier Jahren, er hatte keine Herzprobleme."<BR><BR>Die Tragödie von Guimaraes begann in der Nachspielzeit. Benfica erzielte in der 91. Minute das 1:0. "Miki", wie der Ungar von seinen Kameraden genannt wurde, spielte daraufhin auf Zeit und erhielt vom Schiedsrichter die Gelbe Karte. Feher reagierte - in der Vorfreude auf den Sieg - mit einem Lächeln und drehte sich zur Seite. Plötzlich knickten seine Beine ein, er sank leblos auf den Rasen. </P><P>Die Mannschaftsärzte unternahmen noch auf dem Platz erste Wiederbelebungsversuche. 15 Minuten später wurde der Ungar mit einem Notarztwagen in ein Krankenhaus gebracht. Im Rettungswagen und im Krankenhaus gelang es den Ärzten, den Herzschlag Fehers kurzzeitig wiederzubeleben. Aber am Ende verloren die Mediziner den Wettlauf mit dem Tod. Feher starb kurz vor Mitternacht.<BR><BR>Der Präsident der Kardiologen-Vereinigung, Manuel Carrageta, bemängelte, dass im Stadion kein Defibrillator vorhanden gewesen sei. Ein solches Gerät, mit dem Patienten bei Herzstillstand Stromstöße erhalten können, dürfe angesichts der Europameisterschaft (12. Juni bis 4. Juli) in keinem Stadion fehlen. Die Arena von Guimaraes, einer der EM-Schauplätze, war erst vor wenigen Monaten eingeweiht worden. Beide Vereine wiesen die Kritik zurück und betonten, es sei alles getan worden, Fehers Leben zu retten. Nun soll eine Autopsie Aufschluss darüber geben, ob der Ungar an einer vorher nicht entdeckten Herzschwäche oder einer anderen Krankheit litt.<BR><BR>Feher war zur Saison 1998/1999 vom ungarischen Verein Raba Eto Györ zum FC Porto gewechselt. Nach Gastspielen bei SC Salgueiros und SC Braga kam der Angreifer vor der Saison 2002/2003 zu Benfica Lissabon.<BR><BR></P> 

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