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Der Triumph des Rückkehrers

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- Am Ende brauchte sich Matthias Körner gar nicht mehr umzudrehen. Der Routinier hatte beim 21. München Marathon schon zeitig für klare Verhältnisse gesorgt. Nach 25 Kilometern hatte er sich davon gemacht und die erste Deutsche Meisterschaft auf Münchner Straßen in eine Ein-Mann-Show verwandelt.

Mit 2:21:54 Stunden hatte der Penzberger seinen schärfsten Verfolger Philipp Büttner (Friedberg) letztlich um mehr als drei Minuten distanziert und setzte sich zum zweiten Mal nach 2000 in Duisburg die nationale Marathon-Krone auf. Und war am Ende noch nicht einmal restlos zufrieden: "Ein bisschen schneller hätte es schon sein dürfen".

Überraschend starke Worte für einen Mann, den im Gegensatz zu Frauen-Siegerin Carmen Siewert (Greifswald) im Vorfeld niemand so recht hatte auf die Rechnung nehmen wollen. Wohl noch nicht einmal Körner selbst. Denn der Mann, der demnächst seinen 38. Geburtstag feiert, hat seine größten sportlichen Ambitionen eigentlich schon länger für beendet erklärt.

Seit der Beruf den gebürtigen Leipziger vor rund fünf Jahren nach Penzberg führte. Weil eine Pharmafirma dem promovierten Chemiker die Leitung über ihr Labor antrug. "Seitdem hat der Beruf bei mir die absolute Priorität." Auf den Marathonstrecken war Körner bald nicht mehr zu sehen - Laufen wurde zu einem Ausgleich. Einem der etwas intensiveren Art allerdings.

Mal morgens vor der Arbeit, mal abends nach Laborschluss streifte er zuverlässig die Laufschuhe über. "So 130 bis 140 Kilometer" seien es denn doch geblieben, die er wöchentlich abspulte. Dass es Körner in diesem Jahr noch einmal auf der langen Distanz wissen wollte - es hatte viel damit zu tun, dass die Deutsche Meisterschaft nach München und damit buchstäblich vor seine Haustüre vergeben wurde. Nicht zu vergessen die Verbundenheit mit den Leipziger Klubkollegen, die nicht zuletzt dank Körner auch erfolgreich die Mannschaftswertung anvisierten.

Wobei Matthias Körners Coup natürlich auch einiges aussagt über das Niveau dieser Titelkämpfe, die merklich unter den zahlreichen Absagen der nationalen Szenegrößen litten. Körner wäre zwar beim parallel abgelaufenen, finanziell so viel lukrativeren Köln-Marathon mit seiner Endzeit immerhin noch bester Deutscher gewesen. Die neue deutsche Meisterin Carmen Siewert dagegen wurde mit ihren 2:47:18 Stunden von Köln-Siegerin Luminita Zaituc um fast zwanzig Minuten übertrumpft.

Doch München hatte ja auch seine Leistung, die so schnell kaum zu übertreffen ist. Die von Edith Niederfrieninger nämlich. Die Triathlon-Spezialistin aus Südtirol hatte nach ihrem sommerlichen Sieg beim München Triathlon sogar den Ironman auf Hawaii (21. Oktober) aus ihrem Wettkampfkalender gestrichen, um beim München Marathon die mit 10 000 Euro dotierte Kombinationswertung ins Visier zu nehmen. Und das sollte sich lohnen. Denn mit ordentlichen 2:48:08 Stunden hielt sich Niederfrieninger souverän ihre schärfste Konkurrentin Nicole Leder vom Leib und durfte sich als erster "München Hero" feiern lassen.

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