Trotz Rennbahn-Verkauf: Daglfing braucht Kredite

München - Der Münchner Traberverein hat auch 2009 600.000 Euro Verlust gemacht. Eine neue Bahn in Maisach lässt auf sich warten. Und der Betrieb in Daglfing ist nur noch bis März 2011 gesichert.

„Der Rennbetrieb ist bis einschließlich März 2011 in Daglfing gesichert.“ Das war eine der wenigen handfesten Aussagen von Vorstand Max Stadler bei der ordentlichen Mitgliederversammlung des Münchner Trabrenn- und Zuchtvereins (MTZV) am Mittwochabend. Der Rennverein lebt bis dahin von einem bis 2014 festgeschriebenen 160 000-Euro-Kredit des Erwerbers des Daglfinger Rennbahngeländes, Günther Karl. Über die Rückzahlungs-Modalitäten hüllte sich Stadler in Schweigen. Wie es im II. Quartal 2011 weitergeht, ist ungewiss.

Vor den Sommerferien 2011 ist auch mit der Baugenehmigung für die neue Bahn in Maisach nicht zu rechnen. Von der geplanten Rennbahn wurden der Versammlung diverse Übersichtspläne präsentiert. Es soll die schnellste 1000-Meter-Bahn in Europa entstehen, geplant von einem schwedischen Spezialisten.

Doch diese Aussage konnte kaum einen der Anwesenden aufbauen, zumal, als die Zahlen von 2009 präsentiert wurden: Der Verein machte knapp 600.000 Euro Verlust, der sich nach Abschreibungen auf 300 000 verringert. Auch für 2010 werde das Ergebnis in dieser Größenordnung liegen, prognostizierte Stadler, der seit 1999 im Amt ist.

Auf den Punkt brachte es Kassenprüfer Rainer Heubl (Aschau): „Der Verein befindet sich nun in einer ähnlichen Situation wie vor dem Rennbahnverkauf im Jahr 2005. Die Mittel sind aufgebraucht, Kredite müssen die Liquidität sichern.“ Damals konnte man aber die später für 11,5 Millionen Euro an Stadlers Bayerwald-Landsmann Karl verkaufte Rennbahn noch sein Eigen nennen.

Die Frage, ob der Rennverein jemals Eigentümer einer neuen Bahn wird, wurde nicht beantwortet. Dies sei vom Kaufpreis des Maisacher Grundstückes abhängig, teilte Stadler mit. Er baut auf den Wettvermarkter „winrace“ und den Internet-Wettanbieter „bwin“. Nur in den Außenwetten läge die Zukunft.

Eberhard Röckl

Rubriklistenbild: © dpa

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