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Unermüdlich auf Achse

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- Auf den letzten Metern des München Triathlons 2006 hat Familie Leder noch einmal alle Kräfte gebündelt. Ehemann Lothar kehrte auf die Strecke zurück, um seiner Nicole im Endspurt beizustehen. Doch weder die Teamarbeit von Deutschlands schnellstem Triathlon-Paar, noch der Applaus einiger tausend Triathlon-Fans im Riemer Park halfen gestern noch. Weil die Südtirolerin Edith Niederfriniger, wohl auch mit dem Schwung ihres Triumphes von vor gut einem Monat beim Ironman in Nizza im Rücken, im günstigst möglichen Moment noch ein paar Kräfte zuzusetzen hatte und ihrer prominenten Rivalin nach 1,5 Kilometer Schwimmen, 40 Kilometer Radfahren und fast zehn Kilometern Laufen noch auf und davon spurtete.

Nichts war's also mit dem erhofften Doppelschlag - während der erst am Vorabend ins Teilnehmerfeld gerutschte Lothar Leder noch einigermaßen souverän seinen Vorjahrestitel beim München Triathlon verteidigte, musste sich Nicole Leder nach heißem Kampf knapp mit Platz zwei zufrieden geben. Veranstalter Gernot Weigl konnte es getrost egal sein, seine beiden großen Zugnummern hatten auch so das Gros des Renngeschehens mitbestimmt. Und für das Triathlon-Familienunternehmen aus Darmstadt standen an diesem Tag ohnehin andere Dinge im Mittelpunkt als schnöde Titel.

Der Start in München, für die Leders hieß das positive Präsenz zu zeigen nach einem völlig verkorksten Auftritt vor Wochenfrist beim Ironman in Frankfurt/Main. "Das war unser Saisonhöhepunkt und da haben wir effektiv versagt", sagte Lothar Leder mit Blick auf Platz 16 und die damit verpasste Hawaii-Qualifikation. "Man kann so etwas natürlich nicht mehr gut machen", betonte Nicole Leder, die den Wettbewerb in Frankfurt mit Magenkrämpfen schon auf der Radstrecke hatte abbrechen müssen, aber man kann zumindest Moral zeigen.

Weshalb die beiden Ausnahme-Triathleten, die sich in dieser Saison bis dato vergleichsweise rar gemacht hatten, auch alle Schmerzen und alle Müdigkeit verdrängten und den Abstecher nach München einplanten. "Wettkampf statt Regeneration einem Hobbyathleten würde ich das nicht empfehlen", erklärte Lothar Leder, der schon am Freitag in Ladenburg auf der Kurzdistanz in Erscheinung getreten war, "doch wir sind Profis und sind es nicht zuletzt unseren Sponsoren schuldig, uns gerade nach so einer schwachen Vorstellung wie in Frankfurt zu zeigen".

Auch wenn die körperliche Verfassung nicht viel mehr als vielleicht 20 bis 30 Prozent des üblichen Leistungsvermögens hergebe. Wobei sich der Ausflug nach Bayern für die Leders durchaus noch zum lukrativen Geschäft entwickeln könnte. Wer nach dem Triathlon auch noch den, am 8. Oktober anstehenden München Marathon bestreitet und unter einer Gesamtzeit von 4:30 beziehungsweise fünf Stunden bleibt, dem winkt der mit 10 000 Euro dotierte Titel des "München Hero".

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