"Unser Ziel sind beide WM-Titel"

- Valencia - BMW-Williams hat eine deutliche Kampfansage an die Konkurrenz gerichtet. Als erstes Team stellte der Rennstall am Montag in Valencia vor 300 Gästen seinen neuen Wagen für die am 7. März in Melbourne beginnende Formel-1-WM vor. "Wir wären sehr enttäuscht, wenn wir nicht Weltmeister werden würden", sagte Teamchef Frank Williams bei der Präsentation des neuen Autos FW26, mit dem die Weiß-Blauen Ferrari vom Thron holen und McLaren-Mercedes auf Distanz halten wollen.

<P>Schon beim Saisonstart in Australien soll der Wagen, dessen auffälligste Neuerung die völlig überarbeitete Frontpartie ist, den ersten Sieg einfahren. "Ich erwarte viel von diesem Wagen. Die Zeit der Ausreden ist vorbei. Wir können uns nicht einreden, wir hätten noch Zeit. Was zählt, ist der Titel", sagte Ralf Schumacher, der in Valencia bereits erste Runden im neuen Dienstfahrzeug absolvierte, ebenso wie sein kolumbianischer Teamkollege Juan Pablo Montoya.</P><P>Nach dem knapp verpassten Konstrukteurs-Titel 2003 will das bayerisch-britische Team im fünften Jahr der Zusammenarbeit nun gleich doppelt zuschlagen. "Unser Ziel sind beide Titel", erklärte Williams-Technikchef Patrick Head.</P><P>Im vergangenen Jahr hatten Ralf Schumacher und Montoya jeweils zwei Grand Prix gewonnen. In der Gesamtwertung wurde Schumacher Fünfter, Montoya Dritter. Bessere Ergebnisse wurden 2003 durch den schlechten Saisonstart vergeben, als das Team im ersten Saisondrittel immer wieder mit Problemen zu kämpfen hatte. Mit der frühen Präsentation in diesem Jahr will BMW-Williams Zeit gewinnen, um bis zum Saisonstart das Auto zu optimieren. "Wir haben aus unseren Erfahrungen gelernt", meinte Head.</P><P>Während die Konkurrenz von McLaren-Mercedes mit dem neuen MP4-19 bereits im vergangenen Herbst intensiv probte, wird der neue BMW-Williams von heute an für sieben Tage im andalusischen Jerez erstmals ausgiebig getestet. Ferrari wird seinen neuen Wagen, den F2004, Ende Januar der Öffentlichkeit zeigen.</P><P>Der Motor muss jetzt<BR>800 Kilometer halten</P><P>Das Williams-Team, das eher für konservative Konstruktionen bekannt ist, überraschte diesmal mit einem innovativen Konzept. Rund 250 000 Arbeitsstunden wurden in das neue Chassis investiert, 4000 technische Zeichnungen angefertigt. Dabei wurde die gesamte Frontpartie radikal verändert, um die Aerodynamik zu verbessern. Am auffälligsten sind die Änderungen an der ungewöhnlich kurzen Fahrzeugnase mit zwei vorgelagerten Flügelelemente. "Ein schönes Auto ist es nicht", gestand Williams.</P><P>BMW entwickelte einen neuen Power-Motor. Der P84 gilt wie seine Vorgängermodelle mit über 900 PS als stärkstes Aggregat in der Formel 1. Das veränderte Reglement stellt neue Ansprüche an die Motoren. Da ein Motor an einem Rennwochenende bis zu 800 km durchstehen muss, ist neben Leistung auch mehr denn je Standfestigkeit gefragt.</P><P>Die ehrgeizigen Ambitionen von BMW-Williams könnten noch durch die besondere Vertragslage der beiden Fahrer gestört werden. Während die Verhandlungen mit Ralf Schumacher um einen neuen Kontrakt über die Saison 2004 hinaus sich voraussichtlich bis zum Start in Melbourne hinziehen, steht Montoyas Abgang zu McLaren-Mercedes Ende des Jahres fest. Der Kolumbianer versichert jedoch: "Solange ich einen Williams-Anzug trage, werde ich alles für das Team tun, um Weltmeister zu werden."<BR></P><P> </P>

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