Promis gratulieren Champion Thiem

US Open: Alexander Zverev verliert - Bruder Mischa meldet sich emotional beim Kontrahenten Thiem

  • Patrick Freiwah
    vonPatrick Freiwah
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Die Durststrecke der deutschen Tennis-Herren bei Grand-Slam-Turnieren geht weiter. Alexander Zverev verliert ein dramatisches US-Open-Finale. Doch er ist sicher: Seine Zeit kommt.

  • Bei den US Open 2020* platzt für Alexander Zverev der Traum vom ersten Triumph bei einem Grand-Slam-Turnier.
  • Der Hamburger vergießt Tränen, bläst jedoch kein Trübsal - und vollzieht umgehend eine Kampfansage.
  • Außerdem findet der 23-Jährige: Gegner und Kumpel Dominic Thiem hat den Turniersieg mehr verdient.

New York - Im Januar 2021 „feiert“ das deutsche Herren-Tennis ein unrühmliches Jubiläum: Es ist dann 25 Jahre her, dass ein DTB-Vertreter bei einem der vier Grand-Slam-Turniere der ATP den Finalsieg feiern kann. Um ein Haar hätte dieses Unterfangen Alexander Zverev bei den US Open 2020 geschafft.

Zverev verliert US-Open-Finale: „Glaube nicht, dass das meine letzte Chance war“

Doch trotz einer 2:0-Satz-Führung und einem Break Vorsprung im dritten Satz musste sich der 23-jährige Hamburger doch noch seinem Kumpel Dominic Thiem (Österreich) geschlagen geben: 6:2, 6:4, 4:6, 3:6, 6:7 (6:8) lautet das Endergebnis. Doch Zverev ließ sich von der Finalpleite trotz vergossener Tränen nicht lange runterziehen: „Ich bin 23 Jahre alt. Ich glaube nicht, dass das meine letzte Chance war“, lautet seine Einschätzung nach dem Duell, das im dritten Satz einen herben Umschwung bereithielt. Der DTB-Youngster ist fest davon überzeugt, dass sein großer Traum vom Grand-Slam-Erfolg in Erfüllung gehen wird.

Alexander Zverev (r.) und Dominic Thiem bestritten das Finale der US Open 2020 in New York.

Als Kontrahent Thiem im dritten Satz der erste Breakpoint gelang, änderte sich die Tennis-Partie völlig. Zverev: „Er spielte dann viel besser, und ich fing an, viel schlechter zu spielen. Aber ich hatte danach immer noch viele Chancen.“ Unverdient sieht er den ersten Grand-Slam-Triumph des Österreichers wahrlich nicht - vielmehr sogar gerechtfertigt: „Er hat sich diesen Grand-Slam-Titel wahrscheinlich mehr verdient als ich“, glaubt Zverev: „Deswegen ist es schon irgendwo auch fair, dass er gewonnen hat.“

Thiem schlägt Kumpel Zverev: Grand-Slam-Sieg nach drei verlorenen Endspielen

In dieser Hinsicht stellt sein guter Kumpel so etwas wie ein Vorbild dar: Der siegreiche Dominic Thiem ist 27 Jahre alt und absolvierte in Flushing Meadows* bereits das vierte Endspiel eines Grand-Slam-Turniers. Nach drei verlorenen Finalduellen sah es auch diesmal nach einer Niederlage aus. Dank der beeindruckenden Wende im dritten Satz gelang dem Österreicher jedoch letztlich die Siegpremiere.

„Bei 3:5 habe ich mich schon mit dem vierten verlorenen Finale gesehen“, sagte der Drittplatzierte im ATP-Ranking. Den Gewinn seines ersten Grand-Slam-Titels war für Thiem ein „Lebensziel“ und ein „Traum“, den er schon seit sehr lange habe: „Schon als Kind, als ich angefangen habe, Tennis zu spielen.“ In einem Instagram-Post von Thiem nach dem bewegenden Triumph schrieb er davon, dass das Finale gegen Alexander Zverev ein Match gewesen sei, wie der Verlauf seiner bisherigen Karriere: „Viele Aufs und Abs, aber ich liebe die Art und Weise, wie es sich entwickelt hat", so der erste österreichische Grand-Slam-Sieger im Einzel seit Thomas Muster 1995.

Gewinner der US Open 2020: Promis adeln Thiem - „Houdini des Tennissports“

Zahlreiche Prominente aus dem Sportbereich kommentierten den Insta-Post mit Glückwünschen, darunter österreichische Fußballprofis wie Marko Arnautovic, Alessandro Schöpf oder Florian Grillitsch, die stolz auf die Leistung ihres Landsmannes bei den US Open* sind. Auch Mischa Zverev, Bruder des unterlegenen deutsch-russischen Finalisten, gratulierte: „Gut gemacht Domi, du bist eine ehrliche Person, ein authentischer Kämpfer und ein großartiger Champion.“

Deutschlands Tennis-Legende Boris Becker adelt den Österreicher: „Dominic Thiem hat sich aus einer scheinbar unmöglichen Situation befreit. Ich nenne ihn Houdini, Houdini des Tennissports.“ Im Halbfinale von New York mit Zverev-Beteiligung sorgte "Bobbele" allerdings für Entsetzen - mit einer polarisierenden Bemerkung über eine Schiedsrichterin*. (PF) *tz.de ist ein Angebot des Ippen Digital Netzwerks

Rubriklistenbild: © Al Bello/Getty Images/AFP

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