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US-Boys hoffen auf neue Chance

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- Dortmund - Keep smiling - Bruce Arena machte gute Miene zum schlechten Spiel. Trotz der 1:4 (0:0)-Schlappe gegen Deutschland hielt sich der Frust des Amerikaners in Grenzen. 82 Tage vor dem WM-Auftaktduell mit Tschechien in Gelsenkirchen demonstrierte der US-Coach Zuversicht - ganz so, als habe es die bedenkliche Vorstellung seines Teams in der zweiten Spielhälfte nicht gegeben. "Ich hoffe, wir treffen bei der WM wieder auf das DFB-Team - dann haben wir ein stärkeres Team", sagte er voller Hoffnung auf ein baldiges Wiedersehen.

Viel spricht derzeit nicht dafür, dass der Wunsch des Trainers in Erfüllung geht. Dazu wäre mindestens der Einzug in das WM-Halbfinale nötig - und eine wundersame Leistungsexplosion beider Mannschaften. Doch anders als sein Kollege Jürgen Klinsmann kann Arena auf die heilsame Wirkung einer Blutauffrischung hoffen. Allein sieben Stammkräfte fehlten den Amerikanern, immerhin Weltranglisten-Fünfte, bei ihrer ersten Niederlage in der WM-Vorbereitung. Dem in der Not zusammengestellten B-Team ging nach 45 passablen Minuten die Luft aus.

Das kam für Franz Beckenbauer, seit seiner Zeit bei Cosmos New York US-Soccer-Intimus, nicht überraschend. "Sie stecken ja noch in der Vorbereitung für die im April beginnende Saison. Am Ende sind sie müde geworden und regelrecht zusammengebrochen", sagte der WM-OKChef. Ähnlich sah es Abwehrspieler Gregg Berhalter (Energie Cottbus), der dem aufkommenden Gerede von einer möglicherweise folgenschweren Schlappe nur wenig abgewinnen konnte: "Das war kein Rückschlag, sondern eine positive Erfahrung."

Doch insgeheim hatte sich Arena von der Simulation des Ernstfalls mehr versprochen: Seine B-Spieler blieben den Nachweis ihrer WM-Reife schuldig. "Zu sagen, es hätte sich jemand aufgedrängt, wäre sicherlich übertrieben", bekannte der Fußball-Lehrer. Nicht zuletzt deshalb fiel das Urteil der amerikanischen Medien kritischer aus als von Arena: "Großzügige Gäste", titelte die "Los Angeles Times".

Zumindest konnte sich der US-Coach damit trösten, dem befreundeten Bundestrainer aus der Bredouille geholfen zu haben. "Lärm um Klinsmanns Vielfliegerei wird weniger werden", prognostizierte die "New York Times". Arenas Wertschätzung für den deutschen Fußball stieg allerdings nicht signifikant an. Für die Frage, ob der Gegner für ihn nun ein WM-Favorit sei, hatte Arena nur ein müdes Lächeln übrig: "Das sind eindeutig die Brasilianer. Aber die zweite Halbzeit war gut für das Selbstvertrauen der deutschen Mannschaft und für die Zuversicht der Fans."

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