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Die US-Boys wieder auf dem Boden

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- Dortmund - Den US-Amerikanern blieb am Ende zumindest der Trost, dem Wahl-Kalifornier Jürgen Klinsmann aus seiner unangenehmen Situation herausgeholfen zu haben. "Ich denke, dass Jürgen heute Nacht ein bisschen besser schlafen kann", sagte Bundesliga-Profi Steven Cherundolo von Hannover 96 nach der deutlichen 1:4-Niederlage seines Teams gegen die deutsche Auswahl in Dortmund.

US-Trainer Bruce Arena, seit 1998 im Amt und damit dienstältester Coach der 32 WM-Teilnehmer, bemühte sich nach dem schwachen Auftritt seines Teams, das Spiel als Muster ohne Wert einzustufen. "Die Lehre ist, dass ich nie wieder mit meiner zweiten Mannschaft zum letzten Vorbereitungsspiel des WM-Gastgebers antreten würde", erklärte der Coach, der auf seine Stammspieler Claudio Reyna, Landon Donovan, Frankie Hejduk, Brian McBride und DaMarcus Beasley hatte verzichten müssen. "Wir haben nicht gut gespielt, aber es hat doch jeder gesehen, dass das nicht unsere erste Mannschaft war." Da sich "nicht gerade viele für den WM-Kader aufgedrängt" hätten, "habe ich wenigstens wichtige Aufschlüsse bekommen", erklärte Arena.

Nachdem die Vorbereitung mit einem 0:0 gegen Kanada und Siegen gegen Norwegen (5:0), Guatemala (4:0) sowie die WM-Teilnehmer Polen (1:0) und Japan (3:2) bis dato gut verlaufen war, ist die Euphorie bei den US-Amerikanern jetzt aber wieder dahin. Zumal das Arena-Team für die Endrunde in Deutschland eine extrem schwere Gruppe mit Italien, Tschechien und Ghana erwischt hat.

In der Weltrangliste werden die US-Amerikaner derzeit auf Rang fünf geführt, die Partie in Dortmund zeigte aber, dass diese Einstufung nicht zuletzt durch zahlreiche Siege gegen zweit- und drittklassige Gegner aus der CONCACAF-Zone zustande kam. "Vielleicht haben einige diese Weltrangliste zu ernst genommen", schimpfte der Mönchengladbacher Bundesliga-Keeper Kasey Keller: "Dieses Spiel hat gezeigt, wer auf diesem Level spielen kann und wer nicht." Doch die Amerikaner hoffen, dass sich die klarer Niederlage als Warnung zur rechten Zeit entpuppt. Cherundolo, dem in Dortmund sein erstes Tor im 36. Länderspiel gelungen war, meinte: "Ich hoffe, wir lernen aus diesem 1:4."

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