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Verlässlicher Österreicher

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- Schießen in der Luftgewehr-Bundesliga ist etwas anderes als eine internationale Meisterschaft oder ein Weltcup. Es spielt Musik, die Zuschauer lärmen mit Trommeln und Kuhglocken und es zählt nur der Sieg im Duell eins gegen eins. Mario Knögler, der beim Bund München an eins schießende Österreicher, hat bei seinem Debüt in der deutschen Liga das volle Programm erlebt.

Am ersten Tag beim 3:2 gegen Waldkraiburg verlor er im Stechen und beim 3:2 gegen den deutschen Vizemeister Affalterbach machte er den entscheidenden Punkt. Nach dem ersten Wochenende der Bundesliga liegt in der Tabelle nur die HSG München (4:1 gegen Brigachtal, 5:0 gegen Prittlbach) vor dem Bund. Bei seinem ersten Bundesliga-Wettkampf schoss Knögler unter seinem Leistungsniveau mit 392 Ringen und dem verlorenen Stechen gegen die Amerikanerin Emily Caruso. "Relativ unruhig" fühlte sich der Neue und dann bekam er aus den Augenwinkeln auch schon mit, dass seine Mannschaftskollegen schon die für den Sieg notwendigen drei Punkte eingefahren hatten.

Knögler hörte bei den Durchsagen der Zwischenergebnisse genau hin, "denn das ist meine neue Taktik, ich schalte nicht mehr ab, weil das Unterbewusstsein eh mithört". Und beim Mithören und Mitrechnen rollte im zweiten Duell gegen den deutschen Vize-Meister Affalterbach eine Druck-Lawine auf Mario Knögler zu. Nach zwei der vier Serien deutete alles darauf hin, dass die Gäste mit 3:2 oder 4:1 gewinnen würden. Doch Schuss um Schuss wendete sich das Blatt. Als Erste beendeten Sylvia Aumann und Joachim Vogl ihre Serien. Die Bund-Athleten schossen schnell und gut, setzten ihre Gegner so unter Druck und sicherten sich früh zwei Punkte.

Damit war klar, dass Knöglers Duell mit Sandra Koch die Entscheidung bringen würde, wer mit 3:2 gewinnen würde. Alles hing an dem Mann aus Wels und in diesem Moment zeigte er dem Bund, dass man sich auf der Ausländerposition für den richtigen Mann ("Wenn man schon einen Österreicher verpflichtet, sollte der auch entscheidende Punkte holen") entschieden hatte.

Während Mario Knögler die volle Dramatik der Bundesliga kennenlernte, verlebte die HSG München ein ganz lockeres Wochenende in Plattling. Beim 4:1 gegen Brigachtal hatten die vier Gewinner zwischen drei und 16 Ringen komfortable Vorsprünge. Auch beim 5:0 gegen Plattling waren nur zwei Punkte wirklich umkämpft. Dazu hat man an der Spitze eine derzeit praktisch unschlagbare Sonja Pfeilschifter. Die Weltklasseschützin machte am Samstag 400 und am Sonntag 399 Ringe, versenkte also 79 von 80 Wettkampf-Schüssen in der Mitte. Pfeilschifter gab Mario Knögler schon einen kleinen Vorgeschmack, was ihn erwartet beim Münchner Derby. Er freut sich darauf: "Das sind kleine Mosaiksteinchen auf dem Weg zum Traum von einer olympischen Medaille."

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