Verlierer mit Herz

- Nabeul - Deutschlands Handballer haben die letzte Chance auf eine WM-Medaille verspielt. Das Team von Bundestrainer Heiner Brand verlor zum Hauptrunden-Auftakt bei der WM in Tunesien gegen den Olympia-Sechsten Spanien mit 28:32 (12:15) und verlor obendrein den Essener Oleg Velyky (Rückenverletzung).

"Fünf Spieler haben nach Olympia aufgehört, fünf verletzt gefehlt und weitere sind ausgefallen - personell sind wir an einer Grenze angelangt. Aber die Mannschaft hat alles versucht und Herz bewiesen, sich mehrfach gut rangekämpft", meinte Heiner Brand, der mit Blick auf die beiden restlichen Spiele die Devise ausgab: "Wir wollen jetzt zweimal gewinnen."

Heute hofft das neu formierte Team des Europameisters gegen Titelverteidiger Kroatien (16.15 Uhr/ARD live) auf den vierten Sieg im siebten WM-Spiel und könnte dann zumindest die Chance auf Platz fünf wahren.

Vor 3000 Zuschauern in der "Halle des 7. Novembers" in Nabeul konnten auch der Hamburger Torsten Jansen (8/5), Oleg Velyky (Essen/5) und Holger Glandorf (Nordhorn/5) als beste deutsche Werfer die 20. Niederlage im 45. Vergleich mit den insgesamt abgezockter wirkenden Spaniern nicht verhindern. Den Iberern, die ihre Chance auf den Sprung ins Semifinale wahrten, gelang damit die Revanche für das bittere Viertelfinal-Aus (0:2 nach Siebenmeterwerfen) bei Olympia in Athen.

Kapitän Florian Kehrmann (Lemgo) setzt nun bei der WM-Revanche gegen Kroatien auf die Außenseiterchance. "Wir wollen die Großen ärgern. Wenn jeder an seine Leistungsgrenze geht, haben wir eine Möglichkeit zum Sieg." Brand hatte bereits nach der Niederlage gegen Serbien und Montenegro (24:25) zum Abschluss der Vorrunde vereinzelte Undiszipliniertheiten angeprangert. Besonders die beiden jungen Linkshänder Christian Zeitz (Kiel) und Glandorf standen beim 52 Jahre alten Gummersbacher in der Kritik. "Absprachen wurden nicht eingehalten. Disziplin bedeutet nicht nur, pünktlich zum Essen zu erscheinen", polterte Brand.

Auch interessant

Kommentare