Verspiegelte Loge für Spion Hans Zach

- Bad Tölz - Länderspielpause - das sagt sich so leicht. Doch eine richtige Unterbrechung des DEL-Spielbetriebs mit Durchschnaufgelegenheit ist es nur für die Akteure, die nichts mit irgendwelchen Nationalmannschaften zu tun haben. Für die deutschen Nationalspieler wird die "Pause" sogar richtig heftig: Fünf Partien in acht Tagen - dagegen ist eigentlich das Normalprogramm die Erholung.

<P>Am Freitag ist noch ein regulärer Spieltag in der Deutschen Eishockey-Liga, danach stehen im Kalender: Sonntag - Spiel gegen die Liga-All-Star-Auswahl (gewählt von den Fans via Internet) in Ingolstadt; Mittwoch (20 Uhr) - in Bad Tölz gegen Österreich; umgehende Weiterreise nach Basel, Teilnahme am Suisse-Cup, dort Begegnungen mit Schweiz, Kanada, Slowakei von Freitag bis Sonntag. </P><P>Fünf Spiele, von denen man lediglich eines etwas lockerer nehmen kann: das erste, gegen die All-Stars. Das habe sich, so DEB-Sportdirektor Franz Reindl, als eher körperlose Angelegenheit etabliert, das Motiv des Arbeitsplatzkampfes in der DEL _ Deutsche gegen Ausländer - sei nicht mehr so stark, und außerdem: "Wir haben zur DEL ein viel besseres Verhältnis als noch vor ein paar Jahren", sagt Reindl - entschlossen, dem Spiel mit einem alten Grundsatz zu begegnen: "Ist ganz egal, wer gewinnt. Hauptsache wir."</P><P>Zum sportlichen Schwerpunkt der Länderspiel-Woche wurde vom DEB-Sportdirektor der Vergleich mit Österreich erhoben. "Trotz verhältnismäßig weniger Spieler haben die Österreicher eine gute Spitze, sie verblüffen seit Jahren, indem sie sich in der A-Gruppe halten und ganz gute Resultate erzielen". Der Nachbar ist der Hauptrivale im Jahr 2004, drei weitere Begegnungen neben der in Tölz wurden vereinbart. Ergibt - das Eishockey neigt zu glorifizierenden Anglizismen _ "eine Golden-Four-Serie" (Reindl).</P><P>Voriges Jahr bei der WM gab es Zoff zwischen Österreichern und Deutschen. DEB-Coach Hans Zach war von seinem Kollegen Herbert Pöck der Spionage bezichtigt worden - Zach hatte nämlich beim austrianischen Training zugeschaut. Diesmal wird sich das gegenseitige Beobachten aber nicht ausschließen lassen: Beide Mannschaften bewohnen in Bad Tölz das gleiche Hotel, beide trainieren im neuen Eisstadion ab - im Anschluss aneinander.</P><P>Und: "Wir haben eine Loge mit Spiegelglas bauen lassen, durch das der Hans Zach unbemerkt den Österreichern zuschauen kann", sagt Reindl, stellt aber umgehend klar: "Ist ein Spaß." Der muss auch sein bei einer Fünf-Spiele-in-acht-Tagen-Pause.<BR></P>

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