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Fernando Alonso auf dem Weg zum Sieg.

Vettel verpasst Nacht-Sieg: "Kriegen sie noch"

Singapur -Sebastian Vettel hat mit seinem Singapur- Glitzerhelm einen glanzvollen Triumph beim Formel-1-Nachtrennen um eine Winzigkeit verpasst.

Der Red-Bull-Pilot aus Heppenheim musste sich wie schon in der Qualifikation einzig dem Mann der Stunde, Ferrari-Star Fernando Alonso, geschlagen geben. 0,293 Sekunden fehlten ihm am Sonntag in einem turbulenten Rennen mit zwei Safety- Car-Phasen. Alonso feierte dagegen den zweiten Sieg nacheinander. “Macht euch keine Sorgen, wir kriegen sie“, funkte Vettel nach der Zieldurchfahrt seiner Crew mit Blick auf den aufregenden WM-Kampf.

Sebastian Vettel kurvt durch seine Heimatstadt

Vettel kurvt durch seine Heimatstadt Heppenheim

In der WM-Wertung verbesserte sich Vettel vor den finalen vier Grand Prix-Rennen um einen Rang auf Platz vier und verlkündete keck: “In der Meisterschaft ist noch alles offen.“ Auf seinen führenden Teamkollegen machte der 23 Jahre alte Vizeweltmeister aber nur wenig Boden gut: Mark Webber kam dank einer pfiffigen Strategie nach Startrang fünf noch auf Platz drei. Entsprechend generös konnte er Komplimente an Vettel und Alonso verteilen: “Die beiden sind ein fantastisches Rennen gefahren.“

Während auch Titelverteidiger Jenson Button im spannendsten WM- Endspurt der Formel-1-Geschichte mit Platz vier noch wichtige Punkte sammelte, ging sein McLaren-Mercedes-Kollege Lewis Hamilton beim Flutlicht-Spektakel nach einer Kollision mit Webber zum zweiten Mal nacheinander leer aus.

Vettel hat als neuer Vierter 21 Punkte weniger als Webber (202). Vor dem 15. von 19 Rennen waren es 24 Zähler gewesen. Zweiter ist Alonso (191), der nach seinem Sieg beim Skandalrennen vor zwei Jahren an gleicher Stelle diesmal ohne Schummeleien siegte. “Das war ein hartes Rennen“, meinte der Spanier. “Es ist noch immer sehr eng. Alle haben die selben Chancen. Mark hat sicher noch einen Vorteil“, kommentierte er das Klassement, in dem Hamilton auf Rang drei liegt (182). Der Ex-Champion hat nur noch einen Punkt mehr als Vettel (181). Fünfter ist Button (177).

Formel 1 2010: Alle Fahrer und ihre Autos

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Für Nick Heidfeld verlief die Rennrückkehr in der Nacht von Singapur äußerst unglücklich: Nach einer Berührung mit dem Mercedes von Michael Schumacher war das Rennen auf dem 5,073 Kilometer langen Kurs in der 38. Runde von 61 Umläufen vorbei. Schumacher musste sich mit Platz 13 zufriedengeben, Teamkollege Nico Rosberg wurde als Fünfter dagegen zweitbester Deutscher. Adrian Sutil belegte im Force India Rang 8 vor Nico Hülkenberg im Williams. Timo Glock schied im Virgin aus.

Beim Start blieb der befürchtete Angriff vom späteren Unglücksraben Hamilton auf Vettel aus. Stattdessen attackierte der Heppenheimer den spanischen Pole-Mann. Alonso, der zum 20. Mal von der begehrtesten Position aus startete, zog aber kompromisslos nach innen und versperrte Vettel - regelgerecht - den Weg.

In seinem ersten Rennen seit dem 1. November vergangenen Jahres touchierte Heidfeld dann im Sauber Landsmann Sutil, ehe dessen Force- India-Teamgefährte Vitantonio Liuzzi ungestüm ins Heck des Heidfeld- Autos stieß. Der Mönchengladbacher musste bei seinem 170. Grand Prix erstmal an die Box, Liuzzi seinen Wagen ganz abstellen. Er rief damit auf dem engen Stadtkurs in der 3. Runde das Safety Car auf den Plan.

Die Formel-1-Weltmeister der vergangenen 40 Jahre

Die Formel-1-Weltmeister seit 1969

Von den WM-Kandidaten entschied sich nur Webber für einen ganz frühen Reifenwechsel. Als Elfter fuhr er auf den Kurs zurück und arbeitete sich auf den harten Reifen kontinuierlich nach vorn. Auch Schumacher musste Webber hilflos an sich vorbeiziehen lassen. Ein paar Überholmanöver im dicht gedrängten hinteren Feld, viel mehr passierte nicht bis zum ersten Stopp der Führenden: Hamilton stieg in der 29. Runde auf die harten Reifen um.

Dann der Showdown an der Box zwischen Alonso, zuletzt bereits in Monza siegreich, und Vettel. Nach dem gemeinsamen Reifenwechsel kehrten sie in derselben Reihenfolge in Runde 30 auf die Strecke zurück. Profiteur war letztlich Webber. Seine Rechnung ging auf. Er lag nun vor Hamilton und Button. Ganz vorne machte Vettel Druck auf Alonso. Richtig turbulent wurde es dann nach der zweiten Safety-Car- Phase, ausgelöst durch einen Unfall von Kamui Kobayashi, dem auch noch Bruno Senna reinfuhr.

Hamilton versuchte Webber zu überholen, zog nach innen - und war raus. Webber konnte weitermachen, Heidfeld kurz danach nicht mehr. Schuld war eine Karambolage mit Schumacher, an dessen Silberpfeil lediglich der Frontflügel gewechselt werden musste. Während Hamilton mit entsprechend angesäuerter Miene durchs Fahrerlager stampfte, kämpfte Vettel auf der Strecke um den Sieg. Es reichte aber nicht mehr. Alonso gewann in der Zeit von 1:57:53,579 Stunden für die 309,316 Kilometer.

dpa

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