Weigl: Vorstoß in neue Dimensionen

- Es ist ja in der Vergangenheit nicht immer ein besonders freundlicher Draht gewesen, den Gernot Weigl und die Führung des Deutschen Leichtathletik Verbandes zueinander pflegten. Gut möglich freilich, dass sich das Verhältnis nun bald zu einer wunderbaren Freundschaft entwickelt. Zumindest für drei Jahre haben sich der Chef des München-Marathon und die Spitze des Dachverbandes jedenfalls schon einmal als Partner zusammengeschweißt. Exakt für diesen Zeitraum nämlich werden im Rahmen von Weigls Vorzeige-Veranstaltung in der Landeshauptstadt die deutschen Marathon-Meister ermittelt.

Angefangen schon mit der nächsten Auflage, die am 8. Oktober als Höhepunkt einer dreitägigen Marathon-Messe auf dem Programm steht. Dann wird erstmals den bewährten Volksläufern auf dem Weg durch die Münchner Innenstadt ein Feld von 1200 bis 1500 Titelanwärtern voraushasten. Was schon ausreichen könnte, damit das Läuferspektakel, das nach sechs Jahren auf Abwegen als Medien-Marathon nun wieder seinen Ursprungsnamen München-Marathon zurück erhielt, erstmals die 10 000-Teilnehmer-Marke knackt.

Doch in dieser Hinsicht wollen die Veranstalter lieber auf Nummer sicher gehen. Weil in Sachen Marathon die Möglichkeiten ausgeschöpft zu sein scheinen, auch weil 2006 noch der Köln-Marathon am gleichen Tag ausgetragen wird, wird erstmals auch eine Kurzdistanz über 10 Kilometer ins Programm eingebaut. Bis zum Siegestor und zurück können somit auch weniger versierte Hobbyläufer in einen Teil der Originalstrecke hineinschnuppern und sogar den Einlauf ins Olympiastadion proben. Wovon sich Gernot Weigl einen Vorstoß in ganz neue Dimensionen erhofft: "15 000 bis 16 000 Läufer" würde der Veranstalter dieses Mal gerne begrüßen.

Ein echtes Lauffest also, und selbst DLV-Präsident Clemens Prokop ist angesichts dieser Aussichten schon jetzt überzeugt, dass das Bündnis mit München wohl nicht der schlechteste Entschluss gewesen sein könnte. "München", schwärmte Prokop, "wird eine wunderbare Bühne abgeben." Genug immerhin, dass auch Prokop selbst die Laufschuhe schnüren wird. Für den Marathon wähnt sich der Verbandschef zwar nicht ganz in der richtigen Verfassung. Doch für die Kurzdistanz gab Prokop unter der Hand schon einmal seine Zusage. Auch so kann eine Freundschaft beginnen.

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