Werder baut aus: Weserstadion wird auf 50 000 Plätze erweitert

Bremen - Werder Bremen freut sich ausnahmsweise über den dritten Rang: Mit dem Ausbau des Weserstadions will der Fußball-Bundesligist Ende Januar beginnen. 50 000 Zuschauer sollen nach Fertigstellung im Frühjahr 2009 die Werder-Spiele verfolgen können.

"Damit ist unser Limit erreicht", sagte Clubchef Jürgen Born. "Wir wollen es uns schön machen für den Rest unseres Lebens." Rund 60 Millionen Euro soll der Umbau kosten, staatliche Zuschüsse erhält Werder nicht. Wegen der fehlenden Baugenehmigung musste der für Dezember 2007 geplante Baubeginn auf das neue Jahr verschoben werden.

Seit der Meistersaison 2003/2004 ist Werder in der Hansestadt beliebter denn je: Die Massen strömen, das Stadion ist bis auf freie Plätze im Gästeblock immer ausverkauft. "Wir verschenken bei jedem Heimspiel unglaublich viel Geld", sagte Geschäftsführungsmitglied Klaus-Dieter Fischer. "Ich bin mir ziemlich sicher, dass das Stadion auch nach dem Umbau meistens ausverkauft sein wird", erklärte Born zu dem Bauvorhaben, bei dem während des laufenden Spielbetriebs ein dritter Rang mit rund 8000 Plätzen errichtet wird.

"Wir benötigen eine Erweiterung, um langfristig wettbewerbsfähig zu sein", erklärte Manager Klaus Allofs. Neben den zusätzlichen Einnahmen sieht Allofs als Nebenaspekte die "bessere Kulisse" bei den Spielen und die "erhöhte Attraktivität" für die Spieler. "Mit einem größeren Stadion spielt man besser und hat noch mehr Stimmung", sagte Clubchef Born. Viele Stadien sind für die Fußball-WM 2006 um- oder sogar neu gebaut worden. Die letzte Erweiterung des Weserstadions um rund 7000 Plätze liegt fünf Jahre zurück.

Clubchef Born sieht die Chance zu einer deutlichen Einnahmesteigerung. "Wir werden eine größere Zahl an teuren Plätzen schaffen, da ist noch enormes Potenzial", berichtete er: Für die VIP-Bereiche "Platin und Gold" gibt es lange Wartelisten. Die Preise für Stehplätze sollen ungefähr gleichbleiben. In allen Bereichen werden die Besucher von der Erweiterung profitieren. "Das Stadiondach wird an allen vier Seiten bis an die Torauslinien gezogen", erklärte Born die Pläne und scherzte: "Es soll keiner mehr nass werden. Wir wollen nur den Gegner nass machen."

Bei 50 000 Plätzen liegt für die Bremer das Limit. "Es ist aus baurechtlichen Gründen kein weiterer Ausbau mehr möglich", sagte Born. Zudem leidet Bremen nach wie vor am Problem der Verkehrswege: Aufgrund der Lage des Stadions am Rande der Innenstadt gibt es an Spieltagen regelmäßig Staus und Ärger. Ein neues Verkehrskonzept hat in dieser Saison erstmals für Entspannung gesorgt. Ob es sich auch bei 50 000 Zuschauern bewähren wird, muss sich zeigen.

"Eine attraktive Außenfassade wird dem Stadion eine neue Optik verleihen", verspricht der Verein. Zudem will Werder ökologisch einwandfrei bauen: "Eine Photovoltaik-Anlage wird zur Erzeugung von umweltfreundlicher Energie beitragen." Auch einen bei eingefleischten Fans wichtigen Aspekt haben die Bremer berücksichtigt: Das Namensrecht wird nicht verkauft. Das direkt an der Weser liegende Stadion bleibt also das Weserstadion.

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