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Rainer Schüttler hat sich einiges vorgenommen

Wimbledon: Schüttler wills wissen - Federer topgesetzt

London - Die Queen hat ihren Besuch in Wimbledon angekündigt, Roger Federer, Rafael Nadal und die Williams-Schwestern sind wieder die Favoriten. Der 34-jährige Rainer Schüttler hofft auf ein Halbfinale.

In Wimbledon wird Wiedersehen gefeiert. Rafael Nadal ist wieder da, Justine Henin und Kim Clijsters auch. Vor allem aber hat sich Queen Elizabeth II im alt-ehrwürdigen All England Lawn Tennis and Crocket Club angesagt. Die Königin, die zuletzt vor 33 Jahren den Weg in den Londoner Südwesten gefunden hatte, wird sich wundern über die in den vergangenen Jahrzehnten runderneuerte Anlage an der Church Road. Der Rasen beim bekanntesten Grand-Slam-Turnier der Welt ist zwar noch immer grün, doch ansonsten hat sich vieles verändert. Nicht zuletzt der Center Court, der seit dem vergangenen Sommer mit einem Schiebedach vor Regen schützt.

Ein Wiedersehen will auch Rainer Schüttler vom 21. Juni bis 04. Juli auf dem Heiligen Rasen feiern. Den mit 34 Jahren ältesten Spieler in den Top 100 der Tennis-Welt zieht es zurück auf den Center Court, wo er vor zwei Jahren für Furore sorgte und erst im Halbfinale von Nadal gestoppt wurde. Dafür hat sich der Korbacher besonders geschunden, nachdem er zu Saisonbeginn von allerlei Krankheiten heimgesucht worden war. “Vor Australien hat mich zweimal die Grippe erwischt, und auch danach eine Nebenhöhlenvereiterung“, erzählte er am Mittwoch im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Gut fühle er sich - und topfit. Der Wechsel auf den “geliebten“ grünen Belag tat ein Übriges. “Rasen kommt meinem Spiel entgegen. Da kommt es mehr auf Schnelligkeit an, da kann man näher an der Linie stehen und variantenreicher spielen.“ Wie gut er das kann, bewies Schüttler vorige Woche im Londoner Queen's Club mit dem Einzug ins Halbfinale gegen den Amerikaner Sam Querrey. Eine Pause gönnte sich der Vielspieler, der noch lange nicht ans Aufhören denkt, danach freilich nicht. Der Weltranglisten-72. packte den Schläger gleich wieder in Eastbourne aus. “Ich wollte auf jeden Fall vor Wimbledon genügend Matches haben“, begründet er seine Rastlosigkeit.

Von einem neuerlichen Husarenritt wie 2008 träumt er nur heimlich. Von Runde zu Runde werde er denken, sagt er öffentlich, gibt aber zu: “Die Erinnerung an 2008 wird mir eine besondere Motivation sein.“ Zum Abschalten zwischen den Spielen schaltet auch er ein und guckt im Fernsehen die Fußball-WM. “Wir schauen hier mit allen fast jeden Abend zusammen, egal welches Team spielt. Da ist Riesenstimmung.“

Zu den Topfavoriten wie Deutschland in Südafrika zählt Schüttler in Wimbledon nicht - das sind wie immer der Titelverteidiger und sechsmalige Champion Roger Federer sowie der Sieger von 2008, der Spanier Nadal, der im vorigen Jahr verletzt fehlte. Dabei haben Schüttler und der Schweizer einiges gemein: Auch der Sieger der Australian Open war am Anfang der Saison krank, konnte wegen einer Lugen-Entzündung “von Januar bis April nur zwei Turniere spielen“. Aufhören, auch da denkt der 28-Jährige wie Schüttler, ist für Federer trotz aller Triumphe aber kein Thema. “Ich will bis weit in die Dreißiger aktiv sein“, verriet er der “Sport Bild“.

Allein auf weiter Flur ist das Erfolgs-Duo Federer, Nadal nicht. “Es gibt noch einige, wie Roddick, Murray oder Djokovic“, meinte Schüttler, der trotz der Absage von Vorjahres-Halbfinalist Thomas Haas auch deutsche Kollegen stark einschätzt: “Philipp Petzschner und Benni Becker haben schon immer auf Rasen gut gespielt.“

Die mit sensationellem Erfolg zurückgekehrten Belgierinnen Justine Henin und Kim Clijsters werden den Williams-Schwestern einen erneuten Sister-Act schwer machen. Die Russin Jelena Dementjewa sagte verletzt ab. Eine Lehrstunde der besonderen Art bleibt der Olympiasiegerin somit erspart. Denn der vor Jahren abgeschaffte Knicks und Diener vor der königlichen Loge ist Pflicht beim Wiedersehen mit der Queen.

Federer topgesetzt

Der sechsmalige Champion Roger Federer ist in Wimbledon an Nummer eins gesetzt worden. Obwohl der Titelverteidiger in der Weltrangliste von French-Open-Sieger Rafael Nadal als Spitzenreiter abgelöst worden ist, wurde der Schweizer am Mittwoch in London vom All England Club an Position eins vor dem Spanier sowie dem Serben Novak Djokovic, dem britischen Lokalmatadoren Andy Murray und Andy Roddick aus den USA notiert. Als einziger deutscher Tennisprofi wurde der Augsburger Philipp Kohlschreiber auf Platz 31 berücksichtigt.

Bei den Damen führen Titelverteidigerin Serena Williams und ihre Schwester Venus das Feld der 128 Tennisprofis an. Es folgen die Dänin Caroline Wozniacki, Jelena Jankovic aus Serbien und die Italienerin Francesca Schiavone, die vor elf Tagen überraschend die French Open gewonnen hat. Wie schon in Roland Garros wird Sabine Lisicki in Wimbledon nicht aufschlagen. Die Berlinerin plagt sich noch immer mit einer Sprunggelenksverletzung herum und sagte ihre Teilnahme wie auch Thomas Haas ab. Dass der Vorjahres-Halbfinalist aus Hamburg fehlen würde, stand nach seiner Hüft-Operation seit langem fest.

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