«Wir bedauern diese Entscheidung»

- Stuttgart - Timo Hildebrand wird den Fußball-Bundesligisten VfB Stuttgart zum Saisonende verlassen und stellt die Schwaben damit vor ein Torwartproblem. «Wir bedauern diese Entscheidung, respektieren aber auch, dass Timo unser Angebot abgelehnt hat», sagte VfB-Präsident Erwin Staudt.

Obwohl der UEFA-Pokal-Teilnehmer dem Keeper eine saftige Gehaltserhöhung von 500 000 auf 1,8 Millionen Euro pro Jahr angeboten hatte, entschied sich Hildebrand für einen Wechsel im Sommer.

«Der VfB Stuttgart und Timo Hildebrand konnten sich nicht über eine Verlängerung des zum 30. Juni 2005 auslaufenden Vertrages einigen», teilte der Verein offiziell mit und zog damit einen Schlussstrich unter die monatelange Diskussion um eine Vertragsverlängerung mit dem 25-Jährigen. «Solche Situationen gehören zum Fußball. Timo ist Profi genug, um damit umgehen zu können», sagte Trainer Matthias Sammer, der Hildebrand zuletzt ein Ultimatum gestellt und Klarheit bis zum Rückrundenauftakt beim FSV Mainz 05 gefordert hatte.

Im Trainingslager in Marbella (Spanien) wollten Staudt und Manager Herbert Briem die Verhandlungen mit Hildebrand und dessen Berater Dusan Bukovac abschließen. Doch Bukovac, der schon Krassimir Balakow zu einem Rentenvertrag beim VfB verholfen hatte, erwies sich als hartnäckiger Verhandlungspartner und pokerte lange.

Im «Tagesspiegel» machte sich VfB-Präsident Staudt schließlich Luft und sagte: «Am Ende ging es um Nebensächlichkeiten, die plötzlich aufgebauscht wurden. Dafür fehlt mir das Verständnis. Wir sind schon enttäuscht und auch etwas sauer. Kritik an uns wegen der Verhandlungsführung ist lächerlich. Wir haben alles gegeben, haben Verständnis gezeigt und Einfühlungsvermögen. Irgendwann aber merkt man, dass die andere Seite nicht will.»

Hildebrand hatte sich schon vorher auf seiner Homepage gegen Vorwürfe gewehrt, er würde seinen Arbeitgeber bei den Vertragsverhandlungen hinhalten und die monatelange Diskussion mit der ungewissen Situation des VfB begründet. Meldungen, wonach er ein Gehalt in Höhe von bis zu 2,8 Millionen Euro verlange, hatte Hildebrand als «totalen Wahnsinn» bezeichnet.

Wohin es den 25-Jährigen im Sommer zieht, ist derzeit ungewiss. Kontakte zum FC Bayern München hatten sowohl Hildebrand als auch der Rekordmeister vehement bestritten. Nach Angaben des VfB hat der Torhüter noch keinen neuen Verein. Zuletzt galt der deutsche Meister Werder Bremen als möglicher neuer Arbeitgeber des zweimaligen Nationalspielers.

Der VfB hat durch die frühzeitige Entscheidung nun genügend Spielraum, einen geeigneten Nachfolger zu suchen. Sammer hatte als Alternative Hildebrands Nationalmannschaftskollegen Jens Lehmann ins Gespräch gebracht, der bei Arsenal London derzeit mit seinem Reservistendasein unzufrieden ist. «Ich weiß, wie er gestrickt ist, und dass er sich mit der derzeitigen Situation in London nicht lange abfinden wird», hatte Sammer gesagt.

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