WM-Karten: Prominenz bevorzugt

- München - Gleiche Chancen für alle, die Tickets ab Februar via Internet im Verkauf - so hatte es das Organisationskomitee der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 verlauten lassen. Versprochen, schon gebrochen: Über eine Schweizer Firma werden bereits seit Oktober 2004 hochpreisige VIP-Pakete verkauft.

Während in einer ersten Phase den Normal-Fans lediglich 850 000 Eintrittskarten angeboten werden, gehen, so berichtet der "Spiegel", 346 900 Tickets, mehr als ein Zehntel des Gesamtkontingents des WM-Turniers, in den elitären Sonderverkauf. Den hat der Fußball-Weltverband Fifa der ISE-Hospitality AG aus der Schweizer Steueroase Zug übertragen. Die ISE hat in Frankfurt bereits ein Vertriebsbüro eröffnet.

Billigstes VIP-Angebot ist die Kategorie "Premier" mit drei Spielen - zu haben ab 1900 Euro. Prestige, Sky Box und Elite heißen die noch teureren Programme, die bis zu 13 200 Euro kosten und Extras wie Parkplatz, Bewirtung, Hostessen-Betreuung und Unterhaltungsprogramm bieten. Als "erstklassige privilegierte Incentive-Programme" bezeichnet die Fifa das Angebot.

Die 100 Logen der neuen Münchner Arena sind für die WM-Spiele bereits ausverkauft. Das Organisationskomitee um Franz Beckenbauer und die Fifa mit ihrem Generalsekretär Urs Linsi wollen heute in Neu-Isenburg zur Ticketvergabe Stellung beziehen. "Es wird Enttäuschungen geben", hatte der OK-Chef schon angedeutet. Ein weiterer Weg zu Tickets neben Internet und VIP-Verkauf: 150 000 Karten werden über Reisebüros vertrieben.

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