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X-Games: Die Action-Sportarten zu Olympia

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Shaun White gewann 2011 im Skateboard-Contest die Goldmedaille. Er ist auch Olympiasieger im snowboarden (Halfpipe).

München - Das wird ein Event auf das sich München freuen kann. Die X-Games kommen ab 2012 für drei Jahre in den Olympiapark. So wird "Extrem-Olympia".

Sie müssen alle noch lernen in München, der neuen europäischen Hauptstadt des Action-Sports. Allen voran Christian Ude, der OB, der gestern im Trachtenanzug und krawattiert zur ersten Präsentation der X Games in den Olympiapark kam: „Ich hätte mich jugendlicher kleiden sollen“, gab er zu – und entschuldigte: „Ich war schon auf den Starkbieranstich im Hofbräuhaus eingestellt.“ Doch zuvor muss er die X Games willkommen heißen. „Nicht Iks-, sondern Äks“, erklärt Klaus Seipp, der mit seiner S&K-Marketingberatung die örtliche Organisation betreuen wird, wie dieses „X“ denn auszusprechen sei. Äks, schön amerikanisch. X steht für „Extreme“.

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München wird in den Jahren 2013 (27. bis 30. Juni), 2014 und 2015 Gastgeber für die X Games sein. Die Olympischen Spiele des Action-Sports nennt man sie auch, bisweilen werden sie als Zukunftsmodell des Sports gepriesen. Sind sie es auch?

Die Organisation: Straff, der bei Olympia nicht unähnlich. Einen „Katalog mit hohen Anforderungen“ (Olympiapark-Chef Ralph Huber) habe man abzuarbeiten gehabt, „das ,Bid book’, das wir eingereicht haben, war 200 Seiten dick.“ Man musste Angaben machen zu politischem und wirtschaftlichem Umfeld, zu Transport und Unterkünften. Im Februar tauchte dann – wie beim olympischen Bewerbungsprozess – eine Evaluierungskommission in München auf. Die Stadt setzte sich gegen 36 Mitbewerber durch. Die X Games sind ein Franchise-Unternehmen des amerikanischen Sportfernsehsenders ESPN, der wiederum zu den Disney Networks gehört.

Die Sportarten: Skateboard, BMX und Freestyle-Motocross (mit je vier Wettbewerben) sind die Kerndisziplinen der Summer X Games. Dazu kommt eine vierte Sportart – je nach örtlicher Sportkultur. Für München wohl Mountainbike-Wettbewerbe. Möglich jedoch auch: Rallye Car Racing. Klaus Seipp: „Da fahren vier bis sechs Autos, die aussehen wie eine Mischung aus DTM- und Rallye-Boliden, über einen Kurs mit Sprüngen und ein bisschen ,Dirt’.“ Für die Rallye käme als Austragungsort die Allianz Arena in Frage – grundsätzlich sieht das Konzept aber vor, alle Wettbewerbe im Olympiapark zu veranstalten.

Sportliche Wertigkeit: „Wir gehen mit nicht-traditionellem Sport in traditionelle Sportstätten“, sagt Chris Stiepock, Vizepräsident der X Games. Ein Angriff der Moderne? Stiepock spricht von einem „symbiotischen Verhältnis zu den Olympischen Spielen“, von Co-Existenz. Die Sportarten der Winter X Games wie Snowboard und Skicross sind mittlerweile Bestandteil des olympischen Programms, aus dem Sommerprogramm sind BMX und Mountainbike seit 2008 olympisch, Skateboard hat heuer in London Premiere. „Olympia hat uns umarmt“, sagt Chris Stiepock, „und das hat uns enorm vorangebracht“. Bei Olympia 2010 in Vancouver war Snowboarder Shaun White einer der Topstars – er ist auch ein Aushängeschild der X Games. Im Sommer könnte diese Doppelrolle der Skateboarder Tony Hawk einnehmen. „Gold bei den X Games“, weiß Vermarkter Klaus Seipp, „hat in der Szene einen hohen Stellenwert“. Die besten Athleten würden aus den USA und Skandinavien kommen. „Es ist nicht wie bei Olympia, dass aus jedem Land einer dabei sein soll. ESPN lädt die Besten ein.“

An wievielter Stelle in einer Hitparade der größten Sportereignisse die X Games stehen? „Es ist wie mit Eiscreme“, sagt Vizepräsident Stiepock, „jeder hat seine Lieblingssorte“. Das Merkmal der X Games soll jedenfalls sein: „Unsere Helden werden nicht abgeschottet, man kann sie anfassen.“

Günter Klein

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