Zurück aus der Spitze

- In der Handball-Bayernliga konnte der TSV Trudering im letzten Jahr lange im Titelrennen mithalten. Doch jetzt scheint der Zug abgefahren. Zwar startete das Team von Trainer Wiggerl Hofmann nach der kurzen Weihnachtspause mit einem 21:20-Auswärtssieg in Regensburg, doch am letzten Spieltag gab es dann die 27:30-Heimpleite gegen Friedberg.

Die Truderinger befinden sich damit im Tabellen-Mittelfeld der Oberliga, eine Situation, die den Trainer trotzdem optimistisch stimmt: "Zuletzt standen wir immer unter Druck, da ging es um den Klassenerhalt, jetzt können wir befreiter aufspielen und die jungen Spieler können sich weiterentwickeln."

Ein Aufstieg in die Regionalliga ist für den Coach unter den derzeitigen Bedingungen sowieso kein Thema: "Dazu fehlen die Sponsoren, die auswärtige Spieler verpflichten, wir sind in Trudering reine Amateure, aber auch eine verschworene Gemeinschaft." Beim Supercup, vor einem halben Jahr in der Olympiahalle, da versprachen Funktionäre und Ex-Nationalspieler, dem Münchner Handball unter die Arme zu greifen, damit es wieder bergauf geht. "Davon haben wir leider nichts verspürt", räumt der Truderinger Coach ein. Weiterhin gibt es nicht einmal eine geeignete Ballsport-Halle in München. So trainiert der Bayernligist in Riem, die Heimspiele gehen in Haar über die Bühne.

Beschweren will sich über die aktuelle Situation niemand in Trudering, denn zwei früheren Bundesligisten geht es viel schlechter. Der ehemalige Europacup-Finalist TSV Milbertshofen tummelt sich in der Verbandsliga, der MTSV Schwabing ist sogar im Bereich des Breitensportes gelandet. Die Truderinger wollen zumindest die vierte Spielklasse erhalten und Wiggerl Hofmann wird auch nächste Saison auf der Trainerbank sitzen. Doch damit nicht genug, der 37-Jährige ist in der dritten Mannschaft auch noch gelegentlich aktiv. Wie am letzten Samstag nach der Niederlage seines Bayernliga-Teams. Mit Hofmann gewann die "Dritte" mit 34:22 gegen den ESV Neuaubing.

Der Coach betrachtete sein aktives Eingreifen aber nicht als Frustabbau wegen der 27:30-Heimpleite gegen Friedberg. "Der Gegner war an diesem Tag ganz einfach besser, wir lagen nach 45 Minuten mit 19:25 zurück, meine Mannschaft hat zwar große Moral gezeigt, unser Schlussspurt in dieser Partie kam aber zu spät. Beim 21:20 eine Woche vorher in Regensburg waren wir sogar schwächer, doch da gelang Tom Budig zwei Sekunden vor Schluss der Siegestreffer", sagte der ehemalige Bundesligaspieler, der trotz der schwierigen Bedingungen für eine bessere Zukunft des Handballsports in München kämpfen will.

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