Alexander Zverev steht beim Aufwärmen auf dem Platz und schaut in die Ferne.
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Alexander Zverev stand 2020 im Finale der US Open.

Tennisstar Alexander Zverev trennt sich von seinem Trainer

Das Zverev-Dilemma: Papa wird’s schon richten

  • vonDaniel Müksch
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Und wieder hat Tennisspieler Alexander Zverev sich von einem Trainer getrennt. Dieses Mal endete die Zusammenarbeit mit dem Spanier David Ferrer nach nur gut einem halben Jahr. Ein Kommentar zum Trainerkarussell bei Deutschlands bestem Tennisspieler.

  • Zverev wurde von seinem Vater nach oben geführt
  • Viele Startrainer sind an Zverev senior gescheitert
  • Der Zverev-Clan muss sich für einen Weg entscheiden

Die letzten Videos von Alexander Zverev aus der Vorbereitung ließen es erahnen: Auf Instagram stellte der beste deutsche Tennisspieler zahlreiche Filmchen online, die ihn in seiner Wahlheimat Monaco auf dem Tennisplatz, dem Laufband oder im Fitnessstudio schwitzend für den Tennisauftakt 2021 zeigen. Doch eine Person fehlt – Coach David Ferrer. Und seit gestern ist klar: Der Spanier wird auch nicht mehr an der Seite des ATP-Weltmeister von 2018 auftauchen. Ferrer und Zverev haben sich getrennt.

Im Guten – wie beide Seiten betonen. Dabei lief die Kooperation zwischen Zverev und dem früheren Musterprofi bis dato hervorragend. Im Sommer 2020 fand das Duo zusammen. Und Zverev zeigte, was (sportlich) in ihm steckt. Zwei Turniersiege sowie sein erstes Grand-Slam-Finale (US Open) das stolze Ergebnis ihrer Zusammenarbeit.

Zverev steht unter dem Einfluss seiner Familie

Selbst wenn diese Trennung nun harmonisch zu verlaufen scheint, zeigt das Ferrer-Aus, wie schwer sich ein starker Coach im Zverev-Kosmos positionieren kann. Der Grund hierfür huscht in den Videos aus Monte Carlo immer wieder durchs Bild: Vater Alexander. Der frühere russische Daviscup-Spieler hat seinen Sohn seit frühesten Kindertagen begleitet und aus ihm einen, wahrscheinlich sogar den talentiertesten Tennisspieler seiner Generation geformt. Seit Alexander junior um Grand-Slam-Titel mitspielt, hat er es aber nicht geschafft, loszulassen. Kritisch beäugt er die Arbeit der Angestellten seines Filius.

Der Deutsche muss eine unbequeme Entscheidung treffen

Keine Atmosphäre, in der ein Mann von außen unbeschwert wirken kann. Ivan Lendl und Juan Carlos Ferrero mussten das ebenfalls leidvoll erfahren. Nun also David Ferrer. Auch wenn es bei ihm anscheinend zumindest menschlich besser gepasst hat.

Der Zverev-Clan muss sich entscheiden: Will man einen prominenten Trainer an Bord haben, muss man ihn mit allen Kompetenzen ausstatten, ihm Unabhängigkeit garantieren. Dafür ist es zwingend notwendig, dass der Papa aus der täglichen Trainingsarbeit verschwindet. Oder man engagiert einen unbekanntes Gesicht, das sich mit der Rolle im zweiten Glied zufrieden gibt.

Die derzeitige Personalpolitik im Hause Zverev ist jedoch zum Scheitern verurteilt. Papa sei dank.

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