1. Startseite
  2. Sport
  3. Olympia 2010

Axel Teichmann findet Sensations-Silber "gut"

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Axel Teichmann war nach seinem Silber-Gewinn wortkarg
Axel Teichmann war nach seinem Silber-Gewinn wortkarg © dpa

Whistler - Axel Teichmann ist kein Freund großer Worte. Und so hat der 31-Jährige selbst in der Stunde seines größten Erfolgs bei Olympia zunächst mit der ihm eigenen Wortkargheit reagiert.

Wie er denn das Silber finde, das er völlig unverhofft mit Tim Tscharnke errang, wurde er gefragt. Der Thüringer antwortete zunächst nur mit einem brummigen: „Gut.“ Dann folgte eine kurze Pause und schließlich der Satz: „Ich kann jetzt keine Plattitüden bedienen.“

Medaillenregen für Deutschland: Bilder des Glücks

So ist er nun einmal, der Hüne aus Lobenstein, dem es am liebsten ist, seine Leistung sprechen zu lassen. Bei Weltmeisterschaften

Lesen Sie dazu:

Deutsches Team nach Gold und Silber wieder spitze

gewann er schon zwei Gold- und fünf Silbermedaillen, zudem wurde er Weltcup-Gesamtsieger. Bei Olympia allerdings blieb ihm bislang jedes Glück versagt. Bei seinem Debüt 2002 in Salt Lake City war Teichmann noch zu jung für Spitzenplätze, 2006 in Turin wurde er zur tragischen Figur, als ihn eine Haarwurzelentzündung stoppte und die Winterspiele, obwohl in Topform, überwiegend im Krankenbett verbrachte. „Ich habe harte Jahre hinter mir mit einem Haufen Entbehrungen“, sagte er.

Und auch diesmal schien Teichmann vom Pech verfolgt. Auf schlecht präparierten Skiern erlebte er mit Platz 44 über 15 km ein Debakel, dann wurde er auch noch krank. „Wenn man bedenkt, dass Axel aus der Erkältung heraus gestartet ist, muss man sagen: Ihm ist Überragendes gelungen“, sagte sein Heimtrainer Kuno Schreyl.

Teichmann fand in Tim Tscharnke aber auch einen überraschend starken Mitstreiter. Nach einer enormen Tempoverschärfung beim Anstieg übergab der 20-Jährige als Führender mit zwanzig Metern Vorsprung an den Routinier. „Da konnte ich den Tim nicht enttäuschen“, meinte Teichmann.

Für den konditionsstarken Jüngling wiederum war die Vorlage eine Ehrensache: „Keiner hat das Silber so verdient wie Axel. Er hat schon so viel Pech gehabt. Für mich ist es ein Traum, neben ihm auf dem Podest zu stehen. Das einfach genial.“ Auch als Redner war Tscharnke die ideale Ergänzung zum Schweiger Teichmann.

gib

Auch interessant

Kommentare