„Unmöglicher, unseriöser und unqualifizierter kann man auf internationalem Gebiet nicht auftreten.“Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) im Münchner Stadtrat zur CSU-Fraktion in Garmisch-Partenkirchen

Olympia 2018 - nur ein Etappensieg?

Garmisch-Partenkirchen - Der Gemeinderat Garmisch-Partenkirchen hat sich gegen ein Ratsbegehren zur Bewerbung um die Winterspiele 2018 ausgesprochen, doch nun droht ein Bürgerbegehren.

Ob der Mittwoch ein guter Tag war für die Bewerbung Münchens mit Garmisch-Partenkirchen für die Olympischen Winterspiele 2018, wird die Zukunft zeigen. Es war auf jeden Fall ein Tag, der Klarheit brachte – zumindest für ein paar Wochen.

Der Gemeinderat schmetterte den Antrag der CSU auf ein Ratsbegehren, das von der SPD Unterstützung erfuhr, mit 20:10 Stimmen ab. Die Fraktionen des CSB und der Freien Wähler sowie Andreas Grasegger (BP) und Ecko Eichler (FDP) votierten in namentlicher Abstimmung geschlossen dagegen, CSU und SPD dafür. Mit demselben Stimmenverhältnis segnete der Gemeinderat die Rahmenbedingungen für die ersten Bewerbungsunterlagen (Mini Bid Book) ab.

Womöglich war es nur ein Etappensieg. Ein Stein wurde aus dem Weg geräumt, doch es droht als weiterer ein Bürgerbegehren. Der Bund Naturschutz kündigte an, Initiativen von Bürgern dafür zu unterstützen. Dabei scheint die Stimmung im Oberland eindeutig zu sein – pro Olympia. Richard Adam, einer von drei Geschäftsführern der Bewerbungsgesellschaft, nannte in der Sitzung ein Ergebnis, das eine repräsentative Umfrage ergeben hat: „Etwa 70 Prozent der Menschen im Oberland stehen hinter der Bewerbung.“

Sieger und Besiegte gibt es nach diesem Abend. Es wurden Wunden gerissen, vor allem die Sache Olympia hat gelitten und zeigt deutliche Kratzer, nachdem sie zwischen die Mühlsteine von parteipolitischen Interessen geraten ist. Dabei behauptete jeder Redner, das Beste für den Ort zu wollen und für Olympia zu sein. Nur der Weg, den die Lager beschreiten wollen, unterscheidet sich fundamental. Die einen beklagen die schlechte Informationspolitik des Bürgermeisters und der Bewerbungsgesellschaft, die anderen stellen die Vorteile, die Olympia bringen wird, in den Vordergrund und verweisen darauf, dass belastbare Zahlen noch nicht genannt werden können.

Noch eines wird deutlich: Es zieht sich sich ein tiefer Riss durchs Ortsparlament. Eben diese Spaltung, befürchtet CSB-Fraktionsvorsitzender Peter Samstag, hätte ein Ratsbegehren auch in der Bevölkerung ausgelöst. Zudem beklagte er, dass der Ort durch das Vorgehen der CSU „zur Lachnummer in Deutschland“ verkommen sei. „Populismus“ warf er seinem Pendant bei den Christsozialen, Elisabeth Koch, vor. „Sie machen einen Eiertanz.“ Koch wiederholte in ihrer Begründung, warum sie ein Ratsbegehren einreiche, gebetsmühlenhaft, dass die Bevölkerung nicht ausreichend über olympische Risiken informiert werde.

Gerüchte hatte es noch kurz vor Beginn der Beratung gegeben, die CSU werde ihren Antrag zurückziehen. Soweit kam es nicht. Allerdings brachte Koch einen Kompromiss ins Spiel. „Wir warten mit dem Ratsbegehren solange, bis im kommenden Frühsommer Zahlen auf dem Tisch liegen.“ Ihr eindringlicher Appell, sich darauf einzulassen, verhallte ergebnislos. Für die CSU war’s gestern mit Sicherheit kein guter Tag.

Peter Reinbold

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