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Olympia beschäftigt auch Almbauern

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Beriet 30 Jahre lang die Werdenfelser Almbauern: Otto Sanktjohanser (mit Urkunde). Er wurde von AVO-Geschäftsführer Michael Hinterstoißer (l.), Bezirksalmbauer Sepp Glatz (2. v. l.) und AVO-Vorsitzender Georg Mair (r.) in den Ruhestand verabschiedet. © Kaiser

Garmisch-Partenkirchen - Bei ihrer Winterversammlung warnten die Almbauern vor einer allzu üppigen Nutzung landwirtschaftlicher Flächen für olympische Zwecke wie das Medienzentrum.

Sozusagen aus aktuellem Anlass sprach bei der Winterversammlung der Werdenfelser Almbauern zunächst Bezirksalmbauer Sepp Glatz ein Thema an, das weniger die Almen, sondern alle heimischen Besitzer landwirtschaftlicher Flächen betrifft: Im Hinblick auf die Olympiabewerbung 2018 von München zusammen mit Garmisch-Partenkirchen und Schönau am Königssee warnte er in Anwesenheit von Drittem Bürgermeister Hannes Krätz vor einer allzu üppigen Nutzung landwirtschaftlicher Flächen für Zwecke wie das „Snow Village“ oder das Medienzentrum – selbst wenn diese nur temporär vorgesehen sei. Es bestehe nämlich die Gefahr, dass am Ende heruntergekommene Immobilien blieben „und einem Landwirt ohne Land bleibt nur noch die Wirtschaft“. Beispielsweise sei es sehr fraglich, ob es eine gute Lösung sei, in Oberammergau auf landwirtschaftlichem Grund Wettbewerbe abzuhalten und nach zwei Jahren wieder alles abzureißen, „wo doch in Ruhpolding längst perfekte Anlagen vorhanden sind“.

Es bedürfe deshalb einer breiten Allianz zwischen Landwirten und Bevölkerung, um durchzusetzen, dass der Druck von den Grundeigentümern genommen werde, sagte Glatz und verwies auf die im Positionspapier von Bauern, Alpen- und Trachtenvereinen dargelegte sinnvolle Flächennutzung bei möglichen Spielen (wir berichteten).

Sodann zog Georg Mair aus Miesbach, Vorsitzender des 1600 Mitglieder zählenden Almwirtschaftlichen Vereins Oberbayern (AVO), ein Resümee über das abgelaufene Jahr: Der Sommer sei, von einem Unglück, ein paar Lawinenschäden sowie massiven Hagelunwettern abgesehen, relativ normal verlaufen und alle 710 oberbayerischen Almen – davon 48 im Werdenfelser Gebiet – seien mit Vieh bestoßen worden. Von den insgesamt 22900 aufgetriebenen Tieren kamen immerhin 4100 auf den Raum Garmisch-Partenkirchen.

Eingehend befasste sich schließlich Susanne Krapfl mit diversen Fördermöglichkeiten für Schwendarbeiten oder auch zur Beschaffung von Motormähern. Die neue Almfachberaterin des Amts für Landwirtschaft in Miesbach bedauerte es, dass ein von der Regierung angekündigtes Berglandwirtschafts-Programm bislang noch nicht vorhanden sei.

Einen ebenso informativen wie unterhaltsamen Lichtbildervortrag über den Almsommer 2009 zeigte zum Abschluss AVO-Geschäftsführer Michael Hinterstoißer. Vorher wurde noch der in den Ruhestand scheidende Almfachberater des Bezirks Werdenfels, Otto Sanktjohanser, mit einer Urkunde und einer Medaille geehrt: 30 Jahre, so Vorsitzender Mair, sei er Ansprechpartner für die Almbauern gewesen. „Er war ein Mann des Volkes“. (wk)

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