München: Olympia-Bewerber in Geldnot

München - Darlehen der Stadt München über eine Million Euro soll finanziellen Engpass überbrücken.

Richard Adam braucht Geld für dieBewerbungsgesellschaft.  ms

Die Münchner Bewerbung um die Olympischen Winterspiele 2018 steht finanziell noch auf wackligen Beinen. Weil das Geld der privaten Förderer nicht sprudelt wie erwünscht, muss die Stadt München der Bewerbungsgesellschaft eine Million Euro als Darlehen zuschießen. Der Freistaat hatte zuvor bereits 500 000 Euro überwiesen. Insgesamt steht eine Darlehenssumme von 2,7 Millionen Euro im Raum.

Dabei war die Münchner Olympia-Bewerbung mit einem ehrgeizigen Ziel gestartet: Die bis zur Vergabe der Spiele im Juli 2011 benötigten 30 Millionen Euro sollten ausschließlich von privaten Förderen akquiriert werden. Nach Einsetzen der weltweiten Wirtschaftskrise aber zögerten die Unternehmen mit Geldzuschüssen. Immerhin konnten zuletzt BMW und die Sparkassen-Finanzgruppe als Förderer gewonnen werden. Zusammen wollen die Unternehmen der Bewerbungsgesellschaft bis 2011 an die acht Millionen Euro zukommen lassen.

Dennoch hat die GmbH nun offensichtlich ein Liquiditätsproblem. Um eine Überschuldung abzuwenden, hat Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) die Stadtverwaltung per dringlicher Anordnung angewiesen, eine Geldspritze zu geben. Denn die Auszahlung zugesagter Gelder sowie der Abschluss neuer Förderverträge verzögerten sich erheblich.

Derzeit steht ein Jahresfehlbetrag von einer Million Euro im Raum. Nach einem ersten Zuschuss über 500 000 Euro durch den Freistaat benötige die Gesellschaft nun eine weitere Million, sagte Geschäftsführer Richard Adam. Das Darlehen soll die Landeshauptstadt geben.

Es könnte allerdings sein, dass noch mehr benötigt wird. Eingeplant ist dies bereits. Weil der Freistaat, der einen Finanzierungsanteil von rund 18 Prozent trägt, mit 500 000 Euro in Vorleistung gegangen ist, müssen auch die anderen Gesellschafter mit Mehrkosten rechnen. Die Stadt München muss als Hauptfinanzier nicht nur eine Million einplanen, sondern insgesamt 1,66 Millionen. Die Gemeinde Garmisch-Partenkirchen könnten gemäß ihrer Anteile rund 444 000 Euro treffen, den Landkreis Berchtesgadener Land rund 111 000 Euro. Der Darlehensbetrag summiert sich damit auf 2,7 Millionen Euro. Es müsse derzeit davon ausgegangen werden, dass der gesamte Betrag im Jahr 2009 benötigt werde, teilte Ude in der dringlichen Anordnung mit. Olympia-Bewerber Adam erklärte hingegen, er gehe davon aus, dass er in diesem Jahr von Garmisch und Berchtesgaden kein Geld brauche. Auch wolle er an der Zielsetzung festhalten, die Olympia-Bewerbung privat zu finanzieren.

Im Grunde ist dies aber ohnehin schon nicht mehr möglich. Denn noch bevor BMW und die Sparkassen ihre Fördergelder zugesagt hatten, steuerte als Starthilfe der Flughafen München drei Millionen Euro bei, die Messe München ließ eine weitere Million folgen. Beide Unternehmen befinden sich in öffentlicher Hand von Freistaat und Stadt. Am Flughafen ist zudem der Bund beteiligt.

Mit dem jetzigen Darlehen komme die Olympia-Gesellschaft „sehr weit“, sagte Adam. Im schlimmsten Fall könnte es aber sein, dass die Gelder in der GmbH blieben – also nicht mehr an ihre Gesellschafter zurückbezahlt werden.

Matthias Kristlbauer

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